Donnerstag, 15. Juli 2010

HAITI - sechs Monate nach dem Erdbeben

Sechs Monate sind seit dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar vergangen - und noch immer leben Hunderttausende Haitianer in Notunterkünften aus Planen, Pappe, Blech oder in den teilweise riesigen Zelt-Camps, wo es an Hygiene-Einrichtungen, schulischer und medizinischer Versorgung mangelt, und in denen inzwischen die internationalen Hilfsorganisationen keine Nahrungsmittel mehr ausgeben dürfen, damit diese Camps nach und nach aufgelöst werden können.


Doch wo sollen diese Menschen hin, deren Heim nur noch aus Trümmern und Schutt besteht?

Dieufort Wittmer vom Vorstand der Lebensmission hat sich dieses Problems angenommen und den Prototyp eines Häuschens mit drei Zimmern entwickelt, in dem eine große Familie (oder zwei kleine) unterkommen können.
Ende Juli bis Mitte August wird Dieufort gemeinsam mit drei deutschen Zimmerleuten selbst in Haiti sein, um die ersten beiden dieser Häuser zu errichten. Dabei werden haitianische Schreiner und Helfer angelernt, die nach der Abreise der Europäer in eigener Regie weitere Häuser bauen werden, voraussichtlich vor allem im Erdbebengebiet von Léogane.
Weil "ein Erdbeben nicht tötet, sondern umstürzende schwere Materialien die Menschen erschlagen" (Zitat eines Bauingenieurs) werden die etwa 6 x 6 m großen Häuser aus Holzwerkstoffen in Fertigbauweise errichtet werden.
Weitere Informationen zu diesem großartigen Projekt, für das wir noch Sponsoren suchen, finden Sie in unserem aktuellen Missionsheft, das wir Ihnen gerne zusenden.

Dienstag, 4. Mai 2010

Erdbebenhilfe HAITI / Mai 2010

04.05.2010
Nach drei erfolgreich durchgeführten Monaten ist das mit NEHEMIA organisierte und vom Auswärtigen Amt bezuschusste Speisungsprogramm in Gonaives offiziell ausgelaufen. (An den übrigen Projektorten läuft es auf Grund des späteren Beginns noch einige Wochen weiter). Aber der Hunger ist auch in Gonaives noch nicht gebannt.

Aus diesem Grund wird die Aktion vorläufig fortgesetzt, künftig nur noch an vier Tagen in der Woche (bisher: sechs), und voll aus den eingegangenen Spenden für die Erdbebenopfer finanziert.



Die Familien, die längst noch nicht wirklich Fuß gefasst haben in Gonaives, oft nach wie vor ohne Wohnung und Arbeit sind, zeigen sich sehr dankbar für diese Möglichkeit, weiterhin kostenlose Mahlzeiten für sich und ihre Kinder zu bekommen.

Gleichzeitig werden sie nun schon seit einigen Wochen mit kostenlosem Trinkwasser aus der Wasseraufbereitungsanlage versorgt. Etwa 250 Gallonen (900 Liter) Trinkwasser werden jeden Tag von Elie und Linda, den beiden ältesten Kinderdorf-Kindern, ausgegeben. Zusätzlich werden volle Wassertonnen nach La Hatte Rocher gebracht, um vor allem die dort untergebrachten Waisenkinder von FOADED aus Port-au-Prince zu versorgen.
Vor allem Einzelfall-Hilfen sind es, die jetzt, bald vier Monate nach dem Erdbeben, gefordert sind. In der letzten Woche erreichten uns so zum Beispiel Anträge für:
- die Übernahme der Kosten für eine Kaiserschnittgeburt und die Erstausstattung des Neugeborenen; die Mutter, eine junge Frau aus Port-au-Prince, hat dort alles verloren und kam zu ihrer Familie nach Gonaives zurück;
- die Finanzierung der Mietkosten für ein Zimmer für eine achtköpfige Familie, die ganz neu in Gonaives anfangen muss; die Mutter beantragte gleichzeitig ein Darlehen bei der Mikrokreditkasse, um einen Kleinhandel beginnen zu können;
- den Kauf von Medikamenten für mehrere Flüchtlinge aus Port-au-Prince;
Wir sind dankbar, mit Hilfe unserer Spender auf solche Anfragen schnell und unbürokratisch helfen zu können, im Wissen, dass die Hilfesuchenden unseren haitianischen Mitarbeitern persönlich bekannt sind und das Geld so wirklich Bedürftigen zugute kommt.
Weitere Spenden unter dem Stichwort "Nothilfe" werden noch für längere Zeit benötigt werden:
Sparkasse SÜW in Landau, BLZ 548 500 10
Konto Nr. 22343
(IBAN, BIC und Schweizer Bankverbindung siehe nebenstehend)
DANKE für Ihre Mithilfe!

Donnerstag, 8. April 2010

Erdbeben HAITI / April 2010

08.04.2010

Das Projekt "Wasseraufbereitungsanlage" geht endlich in die letzte Phase. Die ersten Trink-Proben sind positiv ausgefallen und aufgenommen worden, letzte Schwierigkeiten mit dem Befüllen des Wasserreservoirs werden mit der Einfuhr weiteren Materials aus den USA behoben. Die kostenlose Ausgabe an die Erdbebenopfer und Nachbarn wird zunächst von den beiden ältesten Kinderdorfkindern, Elie und Linda, übernommen.




Die internationale Geber-Konferenz in New York am letzten Wochenende hat Zusagen von mehreren Milliarden USD gebracht. 3,9 Mrd USD soll der Wiederaufbau Haitis in den nächste 18 Monaten kosten, auf 11,5 Mrd. USD wird der Bedarf für die nächsten 10 Jahre geschätzt.

Am 1. April fand das vorerst letzte vom THW organisierte Treffen der deutschen Hilfsorganisationen in Haiti statt. Die heiße Phase der Katastrophenhilfe scheint sich ihrem Ende zuzuneigen.

Der auf Ostermontag, 5. April, festgesetzte Schulbeginn in Port-au-Prince konnte nicht wie geplant umgesetzt werden. Nur wenige Schüler, die meisten ohne Schuluniformen, fanden sich zum Unterricht ein, die Mehrheit der Schulleitungen beklagt, dass ihnen niemand Zelte, Lehrmaterial oder Lehrer zur Verfügung stellen kann um den Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Auch herrscht große Unklarheit darüber, was für die traumatisierten Schüler im Unterricht getan werden kann, um die Nachwirkungen der Katastrophe zu bewältigen.

Nach wie vor leben nach Angaben aus Haiti mehr als 1 Mio Menschen auf der Straße. Von den 700 Camps, die in und um Port-au-Prince entstanden sind, befinden sich mindestens 80 in gefährdeten Gebieten, wo mit der beginnenden Regenzeit mit Überschwemmungen gerechnet werden muss.

Dienstag, 2. März 2010

Erdbeben HAITI / März 2010

30.03.2010

Die Wasseraufbereitungsanlage ist da! Am Samstagg, 27.03. wurde sie installiert und ein Probelauf gemacht. Nach kleinen Nacharbeiten wird in dieser Woche mit der Ausgabe des Wassers begonnen. Jede Familie, die im Rahmen des Speisungsprogrammes Essen abholt, kann gleichzeitig 10-15 Liter Trinkwasser mitnehmen. Auch andere Erdbebenopfer und die Familien aus der Nachbarschaft des Kinderdorfes erhalten das Wasser in nächster Zeit kostenlos.

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Nach Mitteilungen der haitianischen Regierung vom 29.03. sollen die Schulen in Port-au-Prince und Umgebung am Ostermontag ihren Betrieb wieder aufnehmen. Alle Schulen, die ihre Grundstücke von Trümmern befreit haben, sollen mit Zelten und Lehrmaterial ausgestattet werden. Den Schulleitungen wird empfohlen, die neue Unterrichtszeit mit psycho-sozialen Veranstaltungen für die traumatisierten Kinder zu beginnen.

Am Sonntag erschütterte erneut ein Nachbeben der Stärke 4,2 die haitianische Hautstadt.

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26.03.2010
Link zur Aufzeichnung über die Informationsveranstaltung vom 17.03.2010 in Bötzingen, ausgestrahlt in TV Südbaden am 24.03.2010:

http://www.tv-suedbaden.de/default.aspx?ID=2976&showNews=671146&showSearch=2088#video



















Zweckgebundene Spenden erbitten wir weiterhin unter dem Kennwort "Nothilfe"
an die
Sparkasse SÜW in Landau, BLZ 548 500 10, Konto 22343
Bitte geben Sie unbedingt Ihren Namen und die vollständige Anschrift an, wenn Sie eine Zuwendungsbestätigung benötigen. Herzlichen Dank!
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24.03.2010
Ein paar Zahlen aus dem letzten OCHA*-Bericht vom 20.03.2010:
(*OCHA = Office for the Coordination of Humanitarian Affairs / Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten)
- Im Februar konnten durch die vielfältigen Speisungsprogramme in Haiti 3 Mio Menschen mit Nahrung versorgt werden; im März werden es noch 2,5 Mio Menschen sein.
- 1,3 Mio Obdachlose aus 260.000 Familien müssen eine neue Unterkunft erhalten.
- Im Departement Artibonite (Hauptstadt: Gonaives) sind nach Schätzungen 90 % der dorthin Geflohenen bei Familien untergekommen, während in Port-au-Prince selbst noch immer ein Großteil unter Planen oder in primitiven selbstgezimmerten Verschlägen lebt.
- Von den mehr als 1 Mio vom Erdbeben betroffenen Kindern leben mittlerweile 300.000 in der Provinz. Mehr als 700.000 blieben in Port-au-Prince, fast die Hälfte von ihnen lebt in einer der vielen (mehr als 400) Zeltstädte ohne ausreichende Hygiene-Einrichtungen.

Inzwischen liegen uns 28 Patenschaftsanträge für Flüchtlingskinder aus Port-au-Prince vor. Vier von ihnen stellen wir im neuen Missionsheft vor, das ausschließlich das Erdbeben und seine Folgen behandelt und Anfang April versandt werden soll.
Zwei der Kinder, von denen wir ganz aktuell noch Fotos aus Haiti bekommen haben:

Kursty BAZIN, geboren am 24. Mai 2002









Ihr Vater ist schon 2004 verstorben. Ihre Mutter hat Kursty und ihre sechs Geschwister als Gelegenheitsnäherin durchgebracht. Durch das Erdbeben hat sie alles verloren. Kursty ist in der 1. Klasse.

Sebastien RAYMOND, geboren am 22. März 2004












Auch seine Familie gehört zu den Erdbebenopfern, die beim Einsturz ihres Hauses nur knapp dem Tod entronnen sind. Der Vater ist stark traumatisiert. Die Mutter hat keine Arbeit.
Sebastien, der noch einen Bruder hat, ist im zweiten Kindergartenjahr.
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19.03.2010
Endlich - am Mittwoch wurde mit der Installation der Wasseraufbereitungsanlage begonnen. Und Reginald, verantwortlich für das Angebot, den Einkauf der Einzelteile, die Installation und die spätere Wartung, hat zugesagt, dass das Werk "in Rekordzeit" vollendet sein wird.
Dann kann begonnen werden, aus dem Wasserhaus am Nebeneingang des Missionsgeländes kostenlos Trinkwasser an die Gruppe der Essensnehmer des Speisungsprojektes und unsere Nachbarschaft ausgegeben werden.
(Foto: Gruppe, die vor dem Tor auf Einlass wartet, um Essen abzuholen, links hinter der Mauer das Wasserhaus / m.fr.Gen. v. NEHEMIA, Nidda)

Bei seinen Kontrollversuchen, ob alle in die Gonaiver Schulen integrierten Flüchtlingskinder auch am Unterricht teilnehmen, konnte Vital Jacques weitere neun junge Erwachsene in die Abschlussklassen der Gonaiver Gymnasien vermitteln.
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14.03.2010
Das Speisungsprogramm läuft inzwischen an allen Projektorten - ein Grund zur Freude.
Doch wäre Haiti nicht Haiti, wenn es nicht hier und da noch "kleine" Probleme gäbe. So hielt uns Karlheinz Wittmer in den letzten Tagen über seine Bemühungen informiert, einen Truck mit in der Dominikanischen Republik gekauften Lebensmitteln über die Grenze nach Haiti zu bekommen. Es dauerte geschlagene vier Tage des stundenlangen (un)geduldigen Wartens auf verschiedenen Ämtern, Hin- und Herfahrens, Diskutierens mit diversen Beamten und mehr oder minder sanftem Druck und gutem Zureden, bis die dringend benötigten Lebensmittel endlich im Lager in Titanyen eintrafen.

Karin Berneburg steht derweil auch von Deutschland aus in ständigem email-Kontakt mit den für die einzelnen Projektorte zuständigen Haitianern um ihnen bei der schwierigen Buchführung zu helfen, die NEHEMIA dem Auswärtigen Amt nach Abschluss des Projektes vorlegen muss - Herzlichen Dank, liebe Karin!

Mit Hilfe des reichen Fotomaterials, das die Reisenden mitbrachten, konnte Ende der Woche das neue Missionsheft zusammengestellt werden - diesmal ein reines "Erdbeben"-Heft mit Eindrücken der Helfer aus den beiden vergangenen Monaten und Informationen zu den Ereignissen im Land und unseren Hilfsmaßnahmen.

Wir planen, es zusammen mit Zuwendungsbestätigungen auch an die vielen Spender verschicken zu können, die erstmals unsere Arbeit für die Haitianer unterstützt haben. Leider fehlen uns jedoch sehr viele Spenderadressen. Wir hoffen, dass sich der eine oder andere noch bei uns meldet, damit wir uns persönlich für seine Hilfe bedanken können.

Am kommenden Mittwoch, 17.03.2010, berichten Thomas Schaffner, Heinz und Helga Östreicher und Monika Jakob ab 20.00 Uhr in der Festhalle Bötzingen a. Kaiserstuhl über ihren Einsatz in Haiti. Auch Karin Berneburg wird an diesem Abend anwesend sein.

Zu diesem informativen Abend laden wir nochmals herzlich ein!

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09.03.2010
Karin Berneburg hat ihren Einsatz in Haiti beendet. Die von ihr optimierte Buchhaltung für die Abrechnung des Gesamt-Projektes in Haiti wird nun von Kidender Aristhyl, Einsatzleiter des Teilprojektes in Terre Noir, fortgeführt.





Sehnsüchtig erwartet wird inzwischen in Gonaives die Lieferung der Wasseraufbereitungsanlage, nachdem das Haus, das die Anlage aufnehmen wird, fertiggestellt ist.

Eliette Jean-Beauplan berichtet, dass die Krankenspeisung in den drei Hospitälern der Stadt gut angelaufen ist, und von der Dankbarkeit der Erdbebenopfer, die dort nach wie vor von solcher Hilfe von außen abhängig sind, weil sie niemanden in der Stadt kennen.

Erwartet wird hier in Europa ein Kostenvoranschlag von Renise Noel, einer Ehemaligen des Kinderdorfes, die ganz in der Nähe des Missionsgeländes in Gonaives ein kleines Waisenhaus einrichten möchte. Sie hat bereits sechs Kinder, die ihre Eltern verloren haben, bei sich aufgenommen.

Eine andere Gruppe von Ehemaligen, die inzwischen in Port-au-Prince leb(t)en, plant den gemeinsamen Bau eines Hauses in der Hauptstadt, um dort neu anzufangen. Auch von ihnen erwarten wir noch eine Kostenaufstellung.


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04.03.2010
Termine17.03.2010, 19.30 h:
Haiti-Abend in der Festhalle in 79268 Bötzingen am Kaiserstuhl mit (v.l.n.r.) Thomas Schaffner, Heinz Östreicher, Helga Östreicher und Monika Jakob, die von Ende Januar bis Mitte Februar in Gonaives als Nothelfer im Einsatz waren und von ihren Erfahrungen berichten.
Auch Karin Berneburg, die noch bis nächste Woche in Haiti ist, wird an diesem Abend dabei sein.

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10.04.2010, 19.30 h:

Benefizkonzert mit Ivo Pügner, Landau, und Alex Entzminger, Karlsruhe, in 67368 Westheim/Pfalz

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Inzwischen sind die lang erwarteten Container mit Lebensmittelrationen im Lager in Titanyen verfügbar, so dass die Essensausgabe an allen fünf Projektorten für die restliche Laufzeit des Projektes gesichert ist. In Léogane konnte sie zuvor nur mit in der Dominikanischen Republik eingekauften Nahrungsmitteln verspätet gestartet werden.

Karin Berneburg verbrachte nochmals anderthalb Tage in Gonaives, wo sie mit Projektleiter Volker Baumann, der erneut für einige Tage in Haiti ist, das Speisungsprojekt besuchte, letzte Abklärungen mit den haitianischen Verantwortlichen traf, aber auch die Flüchtlingsfamilien auf dem Missionsgelände besuchte. Die erste dieser Familien konnte bereits am vergangenen Wochenende nach Port-au-Prince zurückkehren, die übrigen werden bis Ende April folgen. Allerdings werden die Kinder mit einigen Betreuern bis zu den Sommerferien in Gonaives bleiben, da sie bis dahin dort die Schule besuchen können. Die Schulen in Port-au-Prince sind nach wie vor geschlossen, viele Kinder werden das Schuljahr wiederholen müssen.

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02.03.2010
Sieben Wochen nach dem Erdbeben von Port-au-Prince, das schwächer war als das Beben vor Chile am Wochenende, und doch aufgrund der Armut und Unstrukturiertheit des Landes viel mehr Leid verursachte und viel länger nachwirken wird.

Mitte März, spätestens Anfang April beginnt in Haiti die Regenzeit, und noch immer leben Hunderttausende Haitianer im Freien, wie auch Karin Berneburg heute von einer Fahrt nach Terre Noir, einem der Projektorte unseres Speisungsprogrammes berichtet:

"Auch in Terre Noir, am nördlichen Rand von Port-au-Prince, wurden viele Familien obdachlos. Neben der Kirche haben sich die Menschen auf einer leeren Fläche eingerichtet und Notbehelfe für ein wenig Privatspähere erreichtet. Aber im Gegensatz zum Stadtzentrum leben sie hier nicht in "festen" Zelten, sondern nur unter mit Ästen befestigten Tüchern etc., die keinen wirklichen Schutz vor Regen bieten. Eine Hilfsorganisation hat angekündigt, Zelte nach Terre Noir zu bringen. Daraufhin hat sie die Zahl der Familien auf dem Platz schlagartig erhöht. Sie sind von anderen Stellen hierher "umgezogen", um von diesem angekündigten Angebot zu profitieren."

Das gleiche Bild in Léogane, wo Karin und Karlheinz Pastor Milien, den dortigen Projektverantwortlichen besuchten:









"Es gibt, ähnlich wie in Port-au-Prince, unterschiedliche Gebiete mit unterschiedlichen Zerstörungsgraden: Häuser ohne sichtbare Schäden neben vollständig eingestürzten; und auf fast jedem freien Fleck Ansammlungen von Zelten und anderen Arten von mehr oder weniger Schutz bietenden Notbehelfen...."

Durch Vermittlung von Günter Rinklin bei seinem einwöchigen Einsatz in Haiti Mitte Februar haben vier unserer ehemaligen Kinderdorfkinder eine befristete Anstellung bei Care Intl. in Léogane finden können. Sie helfen dort in der Verwaltung und als Schreiner und Ingenieur beim Wiederaufbau.









Esther Revolte lebt mit ihren Schützlingen nach wir vor in Carrefour unter Planen, die sie im Hof des beschädigten Waisenhauses aufgehängt haben. Doch Karin berichtet von ihrem letzten Besuch, bei dem auch wieder Lebensmittel und Medikamente mitgebracht wurden, dass die Kinder alle gesund sind und einen glücklichen Eindruck machen.

Eingehende Spenden mit Vermerk "Nothilfe Haiti" oder für eines der laufenden Projekte für die Erdbebenopfer werden nach wie vor zu einhundert Prozent nach Haiti weitergeleitet.
Spendenkonto:
Sparkasse Südliche Weinstraße in Landau,
BLZ 548 500 10, Konto: 22343
(IBAN und BIC sowie Konto Schweiz siehe nebenstehend)

Mittwoch, 10. Februar 2010

Erdbebenhilfe HAITI / Februar 2010

24.02.2010 - Fotos von heute
Karin Berneburg ist heute mit Karlheinz Wittmer und Kidender Aristhyl nach Gonaives gefahren, um sich einen Überblick über den Stand des Speisungsprogrammes auf dem Missionsgelände zu verschaffen, die Buchhaltung des Projektes mit den dortigen Verantwortlichen durchzusprechen und letzte Fragen der Medikamentenverteilung zu klären.

Die Fotos:
Karlheinz, Eliette und Karin im AFPROG-Büro













Die Kochstellen
Die Essensausgabe











Der Bau des Schutz-Hauses für die Wasseraufbereitungsanlage











Aus einem Tages-Bericht von Karin vom Wochenanfang:
"....Bei der langen Fahrt durch Port-au-Prince denke ich, die Zerstörung und das Leid der Menschen hier grenzt an Unendlichkeit. Stundenlang nur Trümmer und beschädigte Häuser, wie soll das alles wieder in Ordnung kommen? Und - obwohl mehr als 200.000 Menschen gestorben sind und mehr als eine halbe Million die Stadt verlassen haben - überall Menschenmassen, die täglich etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf brauchen. So viele Hilfsangebote von außen - und das Gefühl, dies versickert in diesem Riesengebiet wie in Sand. Und eben doch immer wieder ein Lager mit einem Schuld, das auf eine der vielen Hilfsorganisationen hinweist, Anlaufstationen, sichtbare Hilfe. Und zwischen den Trümmern der normale Alltag der Haitianer mit Handel, viel Fröhlichkeit, aber auch mit hungrigen Menschen, Alte und Kinder, die Wege suchen, Aufmerksamkeit und vielleicht ein wenig Geld zu erlangen...."
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22.02.2010
Karin Berneburg ist am 18. Februar gut in Titanyen angekommen und schon mitten in der Arbeit. Wie erhofft ist die schwierige Buchhaltungsarbeit für das Gemeinschaftsprojekt mit Nehemia, bei dem es u.a. zum Beispiel mit vier verschiedenen Währungen (EUR, USD, dominikanische Peso und haitianische Dollar) zu rechnen gilt, bei ihr in den allerbesten Händen.

Am Samstag wurde ein Pickup voller "Erdbeben-Medikamente" aus der zweiten Nehemia-Bestellung für die fünf Projektorte in Haiti nach Gonaives gebracht. Eliette Jean-Beauplan, ehemaliges Patenkind und Leiterin der Frauengruppe AFPROG, übernimmt die Verteilung innerhalb der Stadt an vertrauenswürdige Krankenstationen und Dispensaires, wo nach wie vor großer Bedarf vor allem an Verbandsmaterial und Schmerzmitteln besteht.

Ebenfalls am Samstag traf in Landau ein großes Paket mit Post aus Haiti ein, das die erste Nothelfergruppe mit zurückgebracht hatte. Neben zahlreichen Patenschaftsberichten und Briefen (wir bitten schon jetzt alle Paten um Verständnis, dass die Weiterleitung sich teilweise verzögern kann!) sind auch wieder viele neue Patenschaftsanträge gekommen, auch einige für Flüchtlingskinder aus Port-au-Prince. Diese Kinder werden wir gerne vorrangig vermitteln, auch wenn teilweise noch Geburtsurkunden oder Fotos fehlen.

In eigener Sache: Endlich ist sie online - unsere neue Homepage:
http://www.lebensmission-haiti.org/ ,
was uns ganz besonders freut.
Herzlichen Dank, Karin und Philip, dass ihr das so schnell so hervorragend hinbekommen habt!

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16.02.2010
Heinz und Helga Östreicher, Thomas Schaffner und Monika Jakob sind gestern nach drei Wochen aufopferungsvollem Einsatz in Gonaives wohlbehalten in der Dominikanischen Republik eingetroffen und werden am Mittwoch in Deutschland zurück erwartet. Karin Berneburg wird am Donnerstag Mittag in Port-au-Prince eintreffen, wo Karlheinz Wittmer die Stellung hält.

Auszug aus Thomas Schaffner's letztem Bericht aus Haiti:
"Heute fahren wir wieder einmal nach Port-au-Prince........Wir halten unterwegs in Titanyen, um Lebensmittel für eine Freundin mitzunehmen, die seit mehr als 25 Jahren in Meyer, in den Bergen hinter Léogane, arbeitet. Sie hat uns erzählt, dass dort alle Steinhäuser zerstört sind, die Lebensmittel knapp werden und sie keine Möglichkeit hat, an Geld zu kommen. Bisher sind noch keine Helfer bis nach Meyer vorgedrungen.
Leider bekommen wir nicht so viele Nahrungsmittel und Wasser mit, wie wir erhofft hatten. Als die Helfer im Depot nach der zweiten Schubkarrenfuhre gelangweilt herumstehen, frage ich vorsichtig nach, ob das denn alles sei. Sie sagen mit, dass sie seit Tagen auf ein Containerschiff mit Hilfsgütern warten, es aber noch nicht eingetroffen ist.
So fahren wir weiter, zu einer Kirche mit Notunterkünften in der Vorstandtzone von Port-au-Prince, wo wir mit unseren Erfahrungen aus dem Speisungsprojekt in Gonaives den Verantwortlichen unter die Arme greifen sollen. Als wir ankommen, freuen sich alle. Sie gehen davon aus, dass die Reis- und Bohnensäcke auf unserem Pickup für sie bestimmt sind und im Nu stehen sehr viele Leute um unser Auto um sofort abzuladen. Wir versuchen die Situation zu klären. Die Information, dass wir nur zu einer Besprechung kommen und die Lebensmittel nicht für sie sind, können und wollen sie nicht glauben. Um uns herum wird es immer lauter. Ich entferne mich mit einigen Diskutierenden langsam vom Auto. Philistin, unser haitianischer Fahrer, legt den Rückwärtsgang ein und fährt sehr langsam vom Gelände. Ich erkläre den Leuten, dass wir ein Kinderdorf in Gonaives haben und die Lebensmittel dringend benötigen. Das ist für diese hungrigen Menschen hier zwar nur ein kleiner Trost, aber ihre Gemüter kühlen ab. Philistin hat sich mit Auto und Waren sprichwörtlich vom Acker gemacht, was die ganze Situation bald vergessen lässt.....
Bei einer Missionsorganisation versuchen wir noch, einen Rollstuhl für eine junge Frau zu organisieren, die in Gonaives liegt. Ihr mussten beide Beine amputiert werden. Es fällt mir noch Tage danach schwer darüber zu schreiben... Erfreulicherweise haben wir einen erhalten. Dieses Erdbeben wird Haiti noch jahrzehntelang begleiten....... (Den kompletten Bericht von Thomas senden wir Ihnen auf Anforderung gerne zu)


(Foto: Heinz, Helga und Monika beim Entladen des Rollstuhls)

In Gonaives läuft das Speisungsprojekt unter der Leitungs von Frantz Pierre, einem ehemaligen Kinderdorfkind, und das Schülerprojekt in der Verantwortung von Vital Jacques weiter. Die Lieferung der Wasseraufbereitungsanlage wird erwartet.
Auch die Versorgung der Flüchtlinge mit Nahrungsmittel durch das "Centre de Vie", "AFPROG", die Gemeinde von Pastor Denis und andere einheimische Gruppierungen werden fortgesetzt. Wir werden sie noch weiter bei der Finanzierung dieser dringend notwendigen Maßnahmen unterstützen.
Spendenkonto:
Sparkasse SÜW in Landau, BLZ 548 500 10
Konto: 22343, Kennwort: Nothilfe Haiti
(Schweiz und IBAN/BIC: siehe nebenstehend)

In eigener Sache:
An unserer neuen website wird nach wie vor mit Hochdruck gearbeitet. Wir rechnen damit, dass sie in wenigen Tagen wieder online gehen kann: http://www.lebensmission-haiti.org/
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13.02.2010
Das Nehemia+Lebensmission-Speisungsprogramm in Port-au-Prince, Léogane, Titanyen und Gonaives - Karlheinz Wittmer berichtet per email:

Die Speisung in Terre Noire läuft seit ca. 3 Wochen für 240 Menschen täglich. Die Speisung in Gonaives (Foto: Karlheinz vergangenes Wochenende bei der Essensausgabe auf dem Gelände der "Mission de Vie"/Lebensmission) läuft, mit gekochtem Essen, seit ca. 2 Wochen für 2.000 Menschen. Drei haitianische Waisenheime haben wir mit Lebensmitteln und Wasser für die nächsten Wochen versorgt. Das Projekt in Léogane steht in den Startlöchern und wartet auf die erste Auslieferung von Fertignahrung, kann voraussichtlich nächste Woche beginnen. Die Vorbereitung für das größte Teil-Projekt in Titanyen ist bisher schleppend verlaufen, weil die amerikanisch/haitianische Partnerorganisation überlastet ist. Außerdem haben die Fertigrationen zum Austeilen bisher gefehlt, stehen nun aber zur Verfügung. Medikamente und Speiseöl sind aus der Dominikanischen Republik angekommen und warten auf Verteilung.
Viel Herumfahrerei und viel Organisationsarbeit, die Verkehrssituation ist aufreibend und Telefonverbindungen sind nach wie vor problematisch.
Von Freitag bis Sonntag hat die haitianische Regierung so etwas wie Nationale Buß-/Gebets-/Fasten- und Trauer-Tage ausgerufen. Das blockiert viele praktische Aktivitäten, da von den Haitianern hier im Lager niemand arbeitet und weder Fahrzeuge noch Fahrer zur Verfügung stehen. Dafür wird die kommende Woche dann wieder völlig überfrachtet sein, allein über 5 to Babynahrung sollen verteilt werden.
Aber man darf hier nicht über den jeweiligen Tag hinausdenken; einfach einen Fuß vor den anderen setzen und weiter vorwärts gehen und durch die Gnade Gottes geht es - irgendwie!
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12.02.2010
Um Karlheinz Wittmer bei seiner mehr als schwierigen Aufgabe, in einem Land ohne Infrastrukturen das groß angelegte Speisungsprogramm für fünf verschiedene Projektorte zu koordinieren zu unterstützen, wird Karin Berneburg vom Lebensmissions-Vorstand am kommenden Mittwoch für drei Wochen nach Haiti reisen. Sie wird Karlheinz im administrativen Bereich den Rücken freihalten, so dass er sich um den Nachschub, die Transporte und die Abstimmung der einzelnen Bereiche kümmern kann.
Ihr Weg wird dabei möglicherweise den der jetzigen Nothelfer auf dem Frankfurter Flughafen kreuzen, die am Mittwoch wieder in Deutschland zurückerwartet werden. Ihre Erfahrungen und Eindrücke direkt aus Port-au-Prince und Gonaives werden die Basis für weitere, längerfristig angelegte Hilfsprojekte sein, mit denen wir den Aufbau Haitis und den Neuanfang vieler Betroffener des Erdbebens vom Januar unterstützen wollen.
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11.02.2010
PATENKINDER: Ein neues email aus dem Patenschaftsbüro in Gonaives: "Was die Patenkinder angeht, die in Port-au-Prince, Gros-Morne und anderen mehr vom Erdbeben betroffenen Gebieten leben, so sind sie fast alle da; aber die meisten haben alles verloren und kamen mit leeren Händen; ihre Schulen sind eingestürzt. Das sind sie: Adler MONFLEURY, Benjamin JULES, Chounara JOSEPH, Daniel GUERRIER, Dieuseul JOSEPH, Dominique DORMEVIL, Fegenson PETITHOMME, Fridnel ARCHIPAT, Gilene CASSEUS, Margreth JEAN, Marie-Love PROPHETE, Marise JEAN-CHARLES, Minouche SAUVEUR, Nacha Cass. DAUPHIN, Paule Kettia MONDESIR, Reniane St. LOUIS, Robenson DESIR, Rodrigue AUGUSTIN, Rubens IGNACE, Sindy Love PROPHETE, Stanley JEAN. Danke für eure Hilfe, Carline"
Nun sind es nur noch drei der Port-au-Prince'r jungen Leute, über deren Ergehen wir noch nichts wissen. Wir hoffen weiter, froh darüber, dass von den anderen niemand schwer verletzt oder umgekommen ist.

Zitat aus dem Bericht eines deutschen Missionars, der seit vielen Jahren im Süden Haitis arbeitet: "Wir besuchen in "Bonne Fin", dem Krankenhaus unseres Gemeindeverbandes, ein Ärzteteam. So viele schwerverletzte Menschen zu sehen, von denen die meisten einen frohen und dankbaren Eindruck machen, gibt es wahrscheinlich nur in Haiti. Bei Vielen liegt eine Bibel auf dem Bett und oftmals klingt es wie ein mehrstimmiger Choral aus einem der Krankenzimmer. Die meisten medizinischen Teams kehren als Gesegnete aus diesem Einsatz zurück....." (J. Schürer)
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10.02.2010
Vier Wochen nach der Katastrophe: Rund um Port-au-Prince wachsen immer noch die dort eingerichteten Zeltstädte an, wo Zehntausende auf wenigstens ein provisorisches Dach über dem Kopf und etwas Essen hoffen. In der Stadt selbst: Nach wie vor überall im Freien lagernde Menschen - die einen warten auf Hilfe, die anderen räumen ein Eckchen Grund frei um wieder etwas aufbauen zu können.
Mitglieder der Gonaiver Gemeinde um den Franzosen Patrice Derrouche fahren regelmäßig nach Carrefour um die Aufräum- und Aufbauarbeiten der stark betroffenen Kirche "Kay en Kay" zu unterstützen. Die nach Gonaives evakuierten Mitglieder dieser Gemeinde, die zum Teil auch auf unserem Missionsgelände untergekommen sind, werden wohl noch eine längere Zeit nicht in die Hauptstadt zurückkehren können.

Die internationale Hilfe konzentriert sich mehr und mehr auf Léogane, südlich der Hauptstadt und näher am Epizentrum gelegen. 90% der Stadt sind zerstört. Dort sollen, wie in Gonaives, 2.000 Menschen täglich mit Essen versorgt werden.

Das Speisungsprogramm in Gonaives hat seinen Rythmus gefunden: Gekocht wird von morgens bis abends, um 17 Uhr nimmt die letzte Gruppe ihr warmes Essen entgegen. Auch andere Gemeinden und einheimische Gruppen engagieren sich in der Versorgung der Port-au-Princer. So auch die Kirche von Pastor Denis NOEL, das "Centre de Vie" von Patrice und die Frauengruppe "AFPROG" um Eliette Jean-Beauplan. Unsere Reisenden konnten sich von deren effektiver Hilfe überzeugen und haben diesen und zwei weiteren Essensprojekten in der Stadt finanzielle Unterstützung angeboten.

(Foto: Thomas Schaffner mit einer Gruppe Flüchtlingskinder)

Viele der aus Port-au-Prince Geflohenen, die dort alles verloren haben, sind Kinder. Um diesen ein Stück Normalität wieder zu geben und zu verhindern, dass sie dieses Schuljahr wiederholen müssen, hat Vital Jacques, unser stellvertretender Kinderdorfleiter, für uns ein zusätzliches Projekt entwickelt: Er hat in den Schulen der Stadt freie Plätze gesucht und um die Aufnahme zusätzlicher Kinder gebeten. Leider dürfen die Schulleitungen nicht auf die staatlich vorgeschriebenen Schulgebühren verzichten und bestehen auf der Anschaffung von Schuluniformen (manche der Flüchtlingskinder hätten andernfalls mangels Kleidung gar nicht die Möglichkeit, zur Schule zu gehen). Etwa 125 USD hat Vital für die Ausstattung, Anmeldung und monatlichen Gebühren eines Grundschulkindes bis zum Ende dieses Schuljahres kalkuliert. Für die weiterführenden Schulen werden die Kosten etwas höher liegen.Die VR-Bank an unserem Vereinssitz Landau unterstützt dieses "Schüler"-Projekt mit 5.000 EUR. Wir konnten diesen Betrag spontan verdoppeln und Vital kurzfristig 15.000 USD zur Verfügung stellen. Wir prüfen derzeit, ob wir für einige dieser Schüler, obwohl sie schon etwas älter sind, auch Patenschaften vermitteln können, damit ihr Schulbesuch auch über das Ende dieses Schuljahres hinaus gesichert ist.

(Foto: Scheckübergabe in der VR-Bank Landau)

Wenn Sie Vital helfen möchten, weitere Schüler in den Schulen Gonaives unterzubringen, spenden Sie bitte mit dem Kennwort "Schüler-Hilfe" auf das Konto der Lebensmission e.V., Konto-Nr. 22343, bei der Sparkasse SÜW in Landau, BLZ 548 500 10. Geht mehr Geld ein, als für diese zeitlich befristete Aktion benötigt wird, wird es für Schulspeisungen verwendet werden. Auch allgemeine Nothilfe-Spenden werden weiterhin dringend benötigt.