Dienstag, 9. September 2014

09.09.2014: Einsatz in Haiti

Nach einigen Tagen Zwischen-Aufenthalt in Port-au-Prince ist unser Volontär Aaron heute wohlbehalten in Gonaives angekommen, wo er als Volontär für sechs bis neun Monate in Kinderdorf und Patenschaftsprojekt der "Mission de Vie" mitarbeiten wird. Wir heißen ihn herzlich willkommen und wünschen ihm einen gesegneten und erfahrungsreichen Aufenthalt!
Leider hat es mit der rechtzeitigen Fertigstellung des neuen Direktorenhauses doch nicht wie geplant geklappt, so dass das Gästehäuschen noch eine weitere Woche von Direktor Walner bewohnt bleiben muss. Aber es sind nur noch Kleinigkeiten, die fehlen: die Einbauschränke und der Moskitoschutz. So rechnet Walner damit, dass er binnen einer Woche umziehen kann und das Gästehäuschen für Aaron frei wird. Bis dahin ist er bei Familie Wittmer zu Gast und kann sich langsam in Haiti akklimatisieren.

Montag, 25. August 2014

25.08.2014 Haiti/Gonaives: Es wird gebaut.....und muss gebaut werden

Nach mehreren Wochen Bauzeit nähert sich der Umbau des alten Bürohauses in ein geräumiges Wohnhaus für die Familie unseres haitianischen Direktors seinem Ende. Wir freuen uns, dass die zweijährige Übergangslösung für Walner, seine Frau und seine Schwiegermutter nun endlich in eine vernünftige dauerhafte Wohnsituation mündet.

 
Nun kann die Familie endlich die beengten Verhältnisse in dem kleinen Ein-Zimmer-Gästehäuschen, in das sie während der Bauzeit übergesiedelt waren, hinter sich lassen. Dort wird Anfang September unser neuer Volontär Aaron für sechs bis neun Monate einziehen.
 
Gedämpft wurde die Freude über die baldige Fertigstellung des neuen Wohnhauses etwas durch die letzte Woche erhaltene Information, dass das Dach des fünften Kinderhauses, das von den großen Mädchen ohne Kindermutter bewohnt wird, eingebrochen sei. So warten gleich die nächsten größeren Baukosten auf uns, eine weitere Belastung für die magere Kasse des Kinderdorfes  :-(
(Schlafzimmer des fünften Kinderhauses)
 
 
 

Montag, 30. Juni 2014

30.06.2014: Zur Chikungunya-Situation in Haiti.....

....erreichte uns heute folgendes email von Martina Wittmer, mit dem sie und wir uns allen bedanken, die uns Medikamente zur Verfügung gestellt oder mit Medikamenten-Spenden bedacht haben:

Herzlichen Dank an alle Paracetamolspender und Geldgeber für Hilfe gegen das Chikungunyafieber!
Der Chikungunyavirus hat das gesamte Kinderdorf, alle Mitarbeiter und alle Patenschaftsfamilien infiziert. Eine solche Epidemie hat Haiti noch nicht gesehen: es wird niemand verschont. Der Präsident Michel Martelly hat einen neuen Geländewagen als Preis ausgerufen für die haitianische Person, die nachweisen kann, dass sie nicht am Chikungunyafieber erkrankt ist. Bisher wurde diese wohl noch nicht gefunden.

Problematisch ist der langwierige Krankheitsverlauf und die vielfältigen Symptome. Am ersten Tag treten Gliederschmerzen auf und es kommt fast zu Gelenkstarren, daraufhin folgen mehrere Fiebertage. Manche haben sogleich mit Übelkeit und Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, andere erst  Wochen nach dem Fieber. Sehr häufig treten Hautirritationen, Juckreiz, Hautschwellungen und Rötungen auf. Hiergegen half keinerlei Medizin. Das effektivste Mittel war im Meerwasser zu baden und sich mit Kernseife zu waschen. Manche haben sich mit Schnaps und Zitrone eingerieben, um den Juckreiz zu lindern. Nun ist die Fieberwoche in meiner eigenen Familie bereits 4 Wochen her. Dennoch haben wir immer wieder mit Folgesymptomen zu tun: Hautirritationen, Magen-Darm-Problemen, der anhaltenden Müdigkeit und Schmerzen in Füßen und Händen wie ein Rheumapatient.
Wenn ich mich so umblicke, es geht allen Anderen genauso. Es variiert ein wenig. Doch leider gibt es auch Einzelfälle, bei denen das Fieber mehrmals auftritt.
Gerüchte besagen nun, dass das Virus bis zu 6 Monaten im Körper bliebe.

Die vielen Paracetamolspenden wurden hier sehr sehr dankbar empfangen!
Leider wurde sehr schnell falsches Paracetamol produziert und auf der Straße verkauft, als es in den vom Staat zertifizierten Apotheken nicht mehr erhältlich war. An diesen Falschprodukten sind bereits mehrere Menschen gestorben, auch Kinder sind betroffen. Es bleibt mir unbegreiflich, wie ein Mensch aus reinem eigenen Profit heraus solch ein Risiko eingehen kann, doch leider sind solche Wege gerade in Haiti sehr einfach, da es an Kontrolle beim Verkauf mangelt. An jeder Straßenecke werden irgendwelche Pillen ohne Verpackung zum Verkauf angeboten.

Inzwischen hat Chikungunya auch Frankreich erreicht. Auch wenn wir es Euch allen nicht wünschen, so hoffen wir doch gleichzeitig auf eine fachlich fundiertere Aufklärung über diese Krankheit durch Europa.
Ihre Spenden kamen zur rechten Zeit an und waren eine sehr große Hilfe für viele Menschen!
Herzlichen Dank!
Martina Wittmer

Sonntag, 25. Mai 2014

25.05.2014: Haiti/Gonaives - aktuelle Chikungunya-Situation im Kinderdorf

Knapp über 40 Personen leben und arbeiten im Kinderdorf in Gonaives.
Inzwischen sind es nur noch drei Kinderdorfkinder, vier haitianische Mitarbeiter und die jüngste Tochter unserer deutschen Mitarbeiter-Familie, die noch nicht von der Krankheit und ihren Nebenwirkungen (hohes Fieber, starke Gliederschmerzen, teilweise Übelkeit, geschwollene Lymphknoten und Hautausschlag) betroffen sind.
Behandelt werden können nur die Symptome: Paracetamol mit Acetaminophen und Vitaminen sind geeignete Mittel. Eine Vier-Tages-Dosis kostet pro Person etwa 10 EUR.
Gerne nehmen wir Spenden unter dem Stichwort "Chikungunya-Hilfe" entgegen, um auch wenigstens einigen Erkrankten aus den Patenschaftsfamilien und der Nachbarschaft des Kinderdorfes helfen zu können.
Spendenkonto: Sparkasse SÜW in Landau,
IBAN: DE88 5485 0010 0000 0223 43, BIC: SOLADES1SUW
(Konto Schweiz: siehe nebenstehend)
Herzlichen Dank für Ihre Hilfe !

Freitag, 23. Mai 2014

23.05.2014; Haiti - Chikungunya ist auch in Gonaives angekommen

Das seit vielen Jahren bekannte, vor allem in den Entwicklungsländern Afrikas und Südostasiens verbreitete Chikungunya-Virus ist über St. Maarten und die Dominikanische Republik nach Haiti gekommen, wo Anfang Mai die ersten Fälle gemeldet wurden.
Inzwischen breitet sich die Krankheit rasend schnell aus und hat in der vergangenen Woche leider auch unser Kinderdorf in Gonaives erreicht, wo Kinder und Mitarbeiter reihum erkrankten. Zum Glück ist diese, wie Malaria durch Stechmücken übertragene, Krankheit zwar mit unangenehmen Symptomen (Gliederschmerzen, Fieber etc.) belastet, verläuft aber in der Regel harmlos und hinterlässt nach einer Dauer von einigen Tagen bis zwei Wochen eine lebenslange Immunität.
Es gibt keine Impfung und kein wirksames Mittel gegen die Krankheit, so herrscht derzeit im Kinderdorf ruhiges gelassenes Abwarten.
In weiten Teilen der Bevölkerung, die nicht die Möglichkeit hat sich über Krankheitsbild und -verlauf zu informieren, herrscht hingegen Sorge vor möglichen Todesfällen, wird jeder Fiebernde zum möglichen Schicksalskandidaten und viele überflüssigerweise mit Typhus-Arzneien behandelt.