Währenddessen kam aus der haitianischen Port-au-Prince die Meldung, dass es dort den ersten Cholera-Toten gegeben hat. Somit hat die Krankheit nun auch die Hauptstadt des Landes erreicht, was den Umgang damit für die haitianischen Gesundheitsbehörden zu einer "Frage der nationalen Sicherheit" macht. Auch 10 Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar ist Port-au-Prince vor allem eine riesige Ansammlung von Slums und Flüchtlingslagern ohne auch nur rudimentäre sanitäre Anlagen. Eine immer schnellere Ausbreitung der Krankheit scheint unvermeidbar.
Expertenberichten zufolge "hat sich die Cholera durch die Überschwemmungen der letzten Tage in den Flüssen Haitis etabliert und dadurch im ganzen Land Fuß gefasst." Es sei mit einer langandauernden Epidemie zu rechnen, mit Zehntausenden von Infizierten in den kommenden Jahren.
Mehrfach habe
n unsere europäischen und einheimischen Mitarbeiter im letzten Vierteljahr eine 44-köpfige Waisengruppe besucht und unterstützt, die in La Plaine, in der Nähe der Hauptstadt, in einem einzigen notdürftigen Zelt lebt, das kaum genug Platz für metallene Doppelstockbetten bietet. Es fehlt dieser Gruppe an allem. Da auch dort die hygienischen Umstände kaum zu ertragen sind, will unser Bauteam für diese Kinder umgehend eine feste Unterkunft bauen, nach den Musterhäusern in Gonaives und Léogane das dritte größere Projekt dieser Art.
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