Freitag, 23. Dezember 2011

23.12.2011: Haiti: Weihnachtswunsch - eine Patenschaft

Mit jeder Postsendung und jedem zurückkehrenden Reisenden landen neue Patenschaftsanträge aus Gonaives auf unserem Schreibtisch, und regelmäßig erinnern uns unsere haitianischen Mitarbeiter an die vielen dringenden Fälle, die sie so gerne vermittelt sehen würden, weil sie immer wieder von den Eltern der Kinder mit ihrer Not konfrontiert werden und deren Enttäuschung miterleben, weil immer noch keine Patenschaft vermittelt werden konnte.







Für viele haitianische Kinder ist eine Patenschaft die einzige Chance, die Schule besuchen zu können.

So auch für Noelsine PAUL-EMILE, ein fünfjähriges Waisenkind. Ihren Vornamen verdankt sie dem bevorstehenden Weihnachtsfest (W. frz. = Noel), denn sie hat heute Geburtstag. Noeline hat keine Eltern mehr. Sie wurde von einer Frau adoptiert, die für mehrere Kinder sorgen muss, aber keine Arbeit hat und krank ist. So lebt die Familie aus dem Glauben, immer in Sorge um das Essen des nächsten Tages, da bleibt kein Geld für die Bezahlung von Schulgebühren übrig.





Möchten Sie Noelsine oder einem anderen haitianischen Kind mit einer Patenschaft das vielleicht größte Weihnachtsgeschenk seines Lebens machen? Melden Sie sich unverbindlich bei uns im Büro, das auch zwischen den Jahren täglich besetzt sein wird. (06341/823331 oder lebensmission@t-online.de)


Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit,
mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest,
Barbara Knochel und Team

vom deutschen Büro der LEBENSMISSION e.V. "Jesus für Haiti"






























Mittwoch, 21. Dezember 2011

21.12.2011: Gonaives - das Warten geht weiter....

Ende November, noch während des Aufenthaltes der europäischen Besucher, sollten sie kommen, die sechs neuen kleinen Kinderdorfbewohner. Mit vereinten Kräften hatten die großen Mädchen "ihr" neues Haus renoviert und eingerichtet, tatkräftig unterstützt von ihren Kinderdorf-Brüdern. Inzwischen sind sie längst eingezogen, die Reisenden seit zwei Wochen wieder in Deutschland, doch immer noch warten die Kinderdorfkinder auf ihre neuen kleinen Geschwister.

Man könnte verzweifeln angesichts der allgegenwärtigen Not und der großen Zahl der hilfsbedürftigen Kinder in Gonaives, doch scheint es keine Möglichkeit zu geben, die bürokratische Mühle etwas schneller laufen zu lassen.


Auf unsere letzte Nachfrage hin, wie es denn nun aussieht, hat uns Enel Luxana, unser Verwaltungsleiter, nochmals den Sachverhalt geschildert:

Die Sozialbehörde hat beschlossen, einige Kinderheime zu schließen, die nicht den Mindestanforderungen an ein Waisenhaus entsprechen. Deshalb hat es den Heimen, die den Normen entsprechen, vorgeschlagen , Kinder aus den Häusern aufzunehmen, die geschlossen werden müssen.

Wir hatten uns beraten und entschieden, die von der Behörde vorgeschlagenen Kinder zu nehmen, unter der Voraussetzung, dass die Unterlagen dieser Kinder komplett sind (Anm.: denn diese Unterlagen gehören zu den Grundlagen, die die Behörde später von uns fordern wird), d.h. dass medizinischer Bericht, Lebenslauf, Geburtsurkunde, Kontaktdaten vorliegen, und dass das Kind von einem Verwandten oder Vormund gebracht wird, da es sich um Kinder aus einem Heim handelt.

Ich habe mich mit der Behörde in Verbindung gesetzt um diese Entscheidung mitzuteilen. Seitdem haben wir nichts mehr von ihr gehört......."

So geht das Warten weiter - wie gerne hätten unsere Kinder schon dieses Weihnachtsfest mit den "Neuen" gefeiert....

Samstag, 17. Dezember 2011

17.12.2011: Haiti - Ausbildung für Patenkinder

Insgesamt 4.400 USD konnten die Verantwortlichen unseres Patenschaftsprojektes in Gonaives inzwischen an Patenkinder auszahlen, denen durch diese Sonderspenden der Beginn, die Fortsetzung oder der Abschluss einer Ausbildung finanziert werden kann.

Mit allen diesen jungen Leuten - hier: Jesulène Christian, die eine Ausbildung zur Auxiliaire (Hilfskrankenschwester) beginnt - wurde ein Vertrag geschlossen, auf den sie wie die "Mission de Vie" sich stützen können.












Diese Unterstützung für Kinder, deren Paten ihnen bei den oft hohen Ausbildungskosten nicht helfen können oder die keine persönlichen Paten mehr haben, konnte vorerst nur für ein Ausbildungsjahr zugesagt werden. Wir hoffen, dass wir diese Maßnahme auch im kommenden Jahr fortsetzen und noch ausweiten können, sind dafür aber auf Sonderspenden angewiesen, die wir unter dem Stichwort "Ausbildungsfonds" auf unser Konto 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10) erbitten. /(Schweizer Konto siehe nebenstehend)

Montag, 12. Dezember 2011

12.12.2011: HAITI - Neues aus Gonaives

Während man im Kinderdorf in Gonaives leider immer noch auf die neu aufzunehmenden Kinder wartet - wenn die haitianische Bürokratie einmal anläuft, dann arbeitet sie gründlich !! - , traf sich am vergangenen Samstag der europäische Vorstand der LEBENSMISSION in Teningen zu seiner regulären Sitzung.



Heinz und Helga Östreicher, an 7.12. wieder in Deutschland angekommen, berichteten ausführlich von ihrem Aufenthalt, der geprägt war von vielen Besprechungen mit dem leitenden Team und den Abteilungsleitern, von Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern und Kindern, sowie von Besuchen bei anderen Hilfsorganisationen und der Botschaft und immer wieder Fahrten in die Hauptstadt um Dringendes zu erledigen.


Natürlich sind die Reisenden auch wieder, wie es jedem "Blanc" ergeht, von vielen Hilfesuchenden kontaktiert worden. Da gehen die Anträge von ein paar USD für die nächste Mahlzeit der Kinder (wo meist auch geholfen werden kann) bis zu vielen Tausend USD für den Unterhalt einer Schule, weil die armen Familien der Schüler das Schulgeld nicht aufbringen können.

Aufgrund der angespannten Lage der Missionskasse - die sich jedoch dank vielfältigen Engagements - HERZLICHEN DANK! - in den vergangenen Wochen etwas gebessert hat - können wir den wenigsten dieser Anträge entsprechen und leiten zur Zeit jeweils nur zweckgebundene Spenden weiter.


Kurz vor dem Ende ihres Aufenthaltes waren Heinz und Helga noch mit Dieufort Wittmer, Projektleiter von HABITAT-HT und seiner Familie im Süden Haitis unterwegs. Dieufort hat bereits einige Kandidaten für sein Hausbauprojekt kontaktiert, arme Familien, die seit dem Erdbeben vor bald zwei Jahren in Notunterkünften leben müssen. Wie erwartet bildet die Grundstücksfrage das Hauptproblem. Es kann kein Haus gebaut werden, wenn Gefahr besteht, dass hinterher der - nicht bedürftige - Eigentümer des Grundstückes auftaucht und die Familie verjagt. Aber in der vergangenen Woche konnte das Geld für den Bau eines Hauses nach Gonaives überwiesen werden, so dass umgehend mit dem Bau begonnen wird, wenn alle offenen Fragen mit den Antragstellern geklärt sind.


Zweckgebundene Spende für das Kinderdorf oder HABITAT-HT bitte unter Angabe des entsprechenden Stichwortes an:
Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 54850010), Konto 22343 - Herzlichen Dank!



Dienstag, 6. Dezember 2011

06.12.2011: HAITI - Hilfe, die ankommt

Aus einem Bericht vder Krankenschwester Monika Jakob, die Anfang November mit Heinz Östreicher für vier Wochen nach Gonaives reiste und am 7. Dezember wieder zurück in Deutschland sein wird:


"Jeden Morgen von Montag bis Freitag treffen sich ca. 30 bis 35 meist sehr junge Frauen mit ihren Kleinkindern im Centre St. Joseph, einer katholischen Einrichtung unter der Leitung von Sr. Margaret, einer indischen Ordensschwester. Zusammen mit drei weiteren Schwestern, einem Physiotherapeuten, Lehreren und Erziehern führt sie eine Institution mit Schule, Kindergarten, orthopädischem Zentrum und versorgt und speist bedürftige Haitianer, wie die eingangs erwähnten Frauen und Kinder. Diese Frauen wurden entweder von ihren Männern verlassen oder hatten sich prostituiert um etwas Geld für das Nötigste zu bekommen. Dadurch ist bei ihnen die Krankheitsrate sehr hoch, wobei Aids und Geschlechtskrankheiten an erster Stelle stehen.



Nach einem morgendlichen Gebet bekommen sie wenn notwendig Medikamente für die Kinder oder es wird ein Arztbesuch vereinbart, die Kinder mit Behinderungen, meist Fehlstellungen der unteren Extremitäten, werden durch den Physiotherapeuten behandelt. Jetzt, in den Wochen meines dritten Einsatzes in Haiti, schaue ich mir die Kinder, die eventuell medizinische Hilfe benötigen an und berate dann mit Sr. Margaret, was wir tun können. Oft sind es nur kleine Brandverletzungen, Schürfwunden, Wundsein durch nasse Kleidung (weil die Mütter sich keine Windeln leisten können), Durchfälle, Erkältungen.....



All diese Hilfe wird durch Spenden des Ordens und das Pater-Rupprecht-Mayer-Zentrum in Regensburg erbracht.* Zur Zeit wird auf einem Gelände nicht weit von unserem Kinderdorf neu gebaut, ein großes Haupthaus, welches in der unteren Etage Therapieräume, Speisungsraum, Untersuchungsräume, in der oberen Etage Räume der Schwestern, Andachtsraum sowie ein Gästezimmer beherbergt.



Für mich ist es immer wieder ein gutes Gefühl, diesen hatiainischen Menschen etwas Hilfe und Unterstützung geben zu können, wobei die Kinder entweder sehr scheu oder sehr anhänglich sind, die Frauen mir auch schon vor Verzweiflung ihre Kinder zum Mitnehmen angeboten haben. Zuerst hat mich das sehr bestürzt, aber je mehr ich über diese Menschen erfahren, umso größer ist mein Verständnis für ihre Situation und Lebensumstände.


Die Zusammenarbeit mit den Schwestern - entstanden aus gegenseitigem Beistand in der Nothilfe (nach der Überflutung der Stadt 2008 und verstärkt nach dem letztjährigen Erdbeben) ist für mich auch jetzt wieder so herzerfrischend und gut, ich weiß jetzt schon, ich werde sie vermissen.






* Wer mehr über die Arbeit der Kleinen indischen Schwestern erfahren möchte:


Mittwoch, 30. November 2011

30.11.2011: Haiti/Gonaives: Die Kinder sind noch nicht da

Haiti wäre nicht Haiti, wenn nicht doch immer alles anders kommen könnte als erwartet: Gespannt warteten wir hier in Deutschland am Montag Abend auf die Information aus Gonaives, dass die fünf neuen kleinen Kinderdorf-Bewohner eingetroffen seien.
Nachdem auch bis Dienstag Nachmittag noch keine Nachricht gekommen war, fragten wir vorsichtig nach - und erfuhren, dass die Kinder zwar hatten gebracht werden sollen, man sie aber nicht aufnehmen konnte, weil ihre Dossiers nicht vorgelegt wurden.
Diese Dossiers, Unterlagen über Geburt, Name, Abstammung, Vorgeschichte, Gesundheitszustand jedes Kindes in einem Kinderheim, sind von den Sozialbehörden geforderte Papiere, die das Kinderheim vorlegen muss, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Daher mussten unsere Mitarbeiter darauf bestehen, dass die Beamten, die diese Dossiers künftig von ihnen vorgelegt bekommen wollen, sie ihnen überhaupt erst einmal geben.
Wir hoffen natürlich, dass man die Unterlagen für "unsere" fünf Kinder nun schnell bearbeitet und wir sie doch bald begrüßen dürfen!

Donnerstag, 24. November 2011

24.11.2011: Haiti/Gonaives: Neue Kinder erwartet

Die strengen Vorschriften, die die haitianischen Sozialbehörden erlassen haben, um das Niveau der Waisenhäuser im Land zu heben, werden konsequent umgesetzt: In Gonaives wurden in den letzten Wochen bereits einige Heime geschlossen. Und da die Kinder aus diesen Häusern weiter versorgt werden müssen, kam es vergangene Woche zu einem Besuch der IBESR-Offiziellen in unserem Kinderdorf - man müsse uns sofort zehn Kinder aus einem der geschlossenen Heime übergeben!
Da gar nicht genug freie Plätze zur Verfügung stehen, einigte man sich schließlich auf fünf Kinder, vier- bis sechsjährige ehemalige Straßenkinder, die bereits am kommenden Montag, 28.11., in der Rue Christophe einziehen sollen.
Damit sie in verschiedenen Häusern untergebracht werden können, werden die ältesten Mädchen (Maryse, Linda, Sherline, Edèse und Christine) gemeinsam das fünfte Kinderhaus beziehen, wo sie sich vollständig selbst versorgen werden. Nach der ersten Überraschung machten sich die fünf, tatkräftig von den Jungs des Dorfes unterstützt, daran das Haus zu streichen und neu einzurichten.
Wenn Sie gerne eines der neuen Kinder durch eine Patenschaft unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an unser Büro in Landau.

Montag, 21. November 2011

21.11.2011: Haiti - Handwaschtag gegen die Cholera

Anlässlich des nationalen Handwaschtages veranstaltete die Frauenorganisation AFPROG in Gonaives einen Aktionstag mit kulturellem Programm und Sport-Wettkämpfen (Fußball, Volleyball, Basketball).

Bei dieser Gelegenheit erreichte sie mehr als 200 Kinder, die an diesem Tag "nebenbei" über die Wichtigkeit des regelmäßigen Händewaschens als Vorbeugungsmaßnahme gegen die Cholera aufgeklärt wurden und dies auch gleich praktisch einüben konnten. Jeder bekam zusätzlich ein Stück Seife mit nach Hause.
Eliette Jean-Beauplan und ihre Mitstreiterinnen von AFPROG erreichen die Menschen in ihrer Stadt Gonaives direkt und persönlich, weshalb wir diese engagierten Frauen immer wieder gerne finanziell unterstützen.

Donnerstag, 17. November 2011

17.11.2011: Haiti/HABITAT-HT - ein Transporter für das Hausbau-Projekt

Unzählige Male ist Dieufort Wittmer in den letzten Wochen durch's Land gefahren, wurde versetzt, bekam schrottreife Karrossen präsentiert oder sollte plötzlich doppelte und dreifache Preise bezahlen - nun ist es endlich geschafft: HABITAT-HT verfügt über ein eigenes Fahrzeug zum Transport der Baumaterialien und Maschinen, die für den Hausbau benötigt werden.

Spenden für den Kauf des privat vorfinanzierten Fahrzeuges werden gerne entgegen genommen - unter dem Stichwort: "LKW-Habitat" auf das Spendenkonto Nr. 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10) / Angaben zum Schweizer Konto siehe nebenstehend. Herzlichen Dank!











Montag, 14. November 2011

14.11.2011: Haiti - Martelly plant den Aufbau einer Armee

Präsident Michel Martelly scheint entschlossen, Haiti wieder eine Armee zu geben.
Obwohl ihm inzwischen von Vertretern der wichtigsten Unterstützer-Staaten ganz klar gesagt wurde, dass es dafür keine ausländischen Hilfsgelder geben wird, treibt Martelly die Planungen voran.
Zunächst sollen 500 Soldaten wieder in Dienst gestellt werden, vorrangig zur Sicherung der Grenzen, aber auch zum Schutz der Umwelt und für den Einsatz nach Naturkatastrophen.

Donnerstag, 10. November 2011

11.11.2011: Cholera in Haiti - Klage gegen die UN

Das IJDH (Institute for Justice and Democracy in Haiti) mit Sitz in Boston hat im Namen von mehr als 5.000 haitianischen Cholera-Opfern und deren Familien eine Klage gegen die Vereinten Nationen eingereicht, die für den Ausbruch der Cholera in Haiti vor einem Jahr verantwortlich gemacht wird.
Nachdem die Cholera in Haiti seit langem ausgerottet war, wurde sie vermutlich von MINUSTAH-Soldaten aus Nepal im Herbst 2010 wieder eingeschleppt. Bisher haben sich annähernd 500.000 Menschen infiziert, mehr als 6.500 sind bereits an der Krankheit gestorben.

Wie uns unsere Mitarbeiter aus Gonaives berichten, hat sich dort die Lage an der Cholera-Front etwas beruhigt. Zwar erkranken immer noch täglich Menschen, aber die Sterberate ist stark gesunken. Trotzdem lassen die einheimischen Organisationen wie AFPROG (Schulungsmaßnahmen, Ausgabe von Hygiene-Kits) und ADBP (Bau von Latrinen) in ihrem Kampf gegen die Krankheit nicht nach und sind weiterhin auf unsere Hilfe angewiesen.

Spenden unter dem Stichwort "Cholera" erbitten wir auf unser Konto Nr. 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10) (Schweizer Konto siehe nebenstehend).
Danke für Ihre Hilfe!

Montag, 7. November 2011

07.11.2011: HAITI - Aus dem Blog von HABITAT-HT

Ein Fährtchen durch Haiti... schöne Strände neben unvorstellbarer Armut. Mir drängt sich sehr häufig die Frage auf : "Wie kann ein Mensch nur unter diesen Umständen leben bzw. überleben??" Ein würdevolles Leben - was ist das? -Nein, bitte keine hochphilosophischen europäischen Antworten!-
Ein würdiges Dasein in Haiti bedeutet:
- Mama und Papa bzw. eine liebevolle Familie zu haben
- ein dichtes Dach über dem Kopf
- eine Matratze zum Schlafen
- keinen Hunger
- sauberes Trinkwasser
- Schutz vor Ausbeutung und Gewalteinwirkung
- Wechselkleidung
- sich nicht in der kompletten Öffentlichkeit duschen bzw. die Notdurft verrichten zu müssen
- den Schulbesuch finanzieren zu können
- einer bezahlten Arbeit nachzugehen
- ein Lebensumfeld zu haben, das man sauber halten kann und somit Krankheiten eindämmt (das ist in den staubigen Dörfern und Städten gar nicht so leicht zu finden)
- bei Krankheit einen fachkundigen Arzt konsultieren zu können,...

Maximal 20 % der Bevölkerung erreicht in Haiti diesen Standard an Lebenswürde.

In ihrem Blog: www.habitat-ht.blogspot.com berichten Martina und Dieufort Wittmer regemäßig aus ihrem neuen Leben in Haiti und dem Bauprojekt Habitat-HT, dessen Ziel es ist, bezahlbare, stabile Holzhäuser zu errichten, die den Haitianern den Rahmen für ein würdevolles Leben geben. Die LEBENSMISSION fördert und unterstützt dieses Projekt, das neben dem Hausbau auch Ausbildungs- und Verdienstmöglichkeiten bietet. Hilfe zur Selbsthilfe - ganz praktisch!

Spenden für Habitat-HT leiten wir gerne nach Haiti weiter. Bitte vermerken Sie als Verwendungszweck: "Habitat-HT" auf Ihrer Überweisung an die Lebensmission e.V., Konto 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ: 548 500 10) (Für Überweisungen in der Schweiz siehe nebenstehend)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

26.10.2011: HAITI - Kalender, die helfen

Im Sommer dieses Jahres besuchte eine Gruppe junger Menschen von "Jugend mit einer Mission", Hamburg, für mehrere Wochen Haiti. Ihre Leidenschaft ist die Fotografie und ihr Wunsch, Gott mit dieser Gabe zu verherrlichen, indem sie Menschen eine Stimme geben, die keine Stimme in der Welt haben. Mit offenen Augen und offenem Herzen haben sie in Gonaives, St. Marc und Port-au-Prince den Kontakt zu den Haitianern gesucht, sie ihre Geschichte erzählen lassen und viele eindrucksvolle Fotos gemacht.

Aus diesen haben sie nun zwei großformatige (42 x 30 cm) Kalender zusammengestellt: "Gesichter der Zukunft" (ausschließlich mit Kinderfotos) und "Auf den zweiten Blick" (mit Fotos von Kindern, Erwachsenen und Eindrücken aus dem Land). Auf der Rückseite der Bilder ist jeweils kurz und prägnant die jeweilige Geschichte festgehalten.



Die 12 Kalenderblätter sind jeweils mit Kalendarium für 2012 und für 2013 versehen, so dass man sich zwei Jahre an den Kalendern erfreuen kann.

Sie kosten 30 EUR / Stück, zuzüglich Versandkosten (Aufgrund des großen Formates ist der Versand nur als Paket möglich) und können bestellt werden bei

Jugend mit einer Mission Hamburg, Auriekelstieg 39, 22850 Norderstedt / 040 30850116 / jmem-hamburg@web.de.
Vorrätig sind einige Kalender auch in unserem Büro in Landau (Anschrift siehe nebenstehend) und beim 1. Vorsitzenden der Lebensmission, Heinz Östreicher, in Teningen (07641/42071)
Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Kalender soll einem blinden Mann, den die Gruppe in St. Marc traf, ein Dach für seine nur aus vier Wänden bestehende Hütte finanziert werden.

Montag, 24. Oktober 2011

24.10.2011: Haiti - 20 Monate nach dem Erdbeben

(Zum Stand der Camps für die Erdbebenopfer - aus dem letzten Bericht der UN über die Situation der "displaced persons" / September 2011):

- Etwa 36 % der ursprünglich 1,5 Mio in den Camps und Zeltlagern Untergekommenen leben noch immer dort.
- Die Zahl der Camps wurde von Juli bis September 2011 von 894 auf 802 reduziert, die Zahl ihrer Bewohner von 594.811 auf 550.560. Offensichtlich verlassen immer weniger Menschen in vergleichbaren Zeiträumen die Lager, eine Folge des Mangels an adäquaten Unterkünften und der allgemeinen Armut.
- Von den 802 bekannten Camps befinden sich 75 % auf Privatgrundstücken.
- Fast 60% aller Campbewohner konzentrieren sich auf 61 große Lager, die jeweils mehr als 500 Haushalte beherbergen.
*************
(Die Schlagzeilen des letzten OCHA-Berichtes (21.09.-18.10.11)):
- In den Lagern für die "displaced persons" verschlechtert sich die Situation im Hinblick auf sanitäre Einrichtungen und Wasserversorgung dramatisch.
- Starke Regenfälle im September und Oktober führen zu gestiegenen Ausbrüchen der Cholera.
- Jeder zweite Haitianer hat nicht genug zu essen.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

20.10.2011: Haiti - neuer Premierminster vereidigt

Am Dienstag, 18. Oktober 2011, hat Präsident Michel Martelly seinem neuen Premierminister, dem bisherigen UN-Beamten Garry Conille den Amtseid abgenommen. Gleichzeit wurden alle Minister der neuen Regierung ernannt. In seiner Antrittsrede versprach Conille, sich nach Kräften für eine gute Zusammenarbeit mit dem Parlament zu engagieren, in dem die Regierung von Martelly nur über eine verschwindende Minderheit verfügt.

Für Mittwoch hatte die außerparlamentarische Opposition zu Protesten gegen die weitere Anwesenheit der MINUSTAH-Truppen in Haiti aufgerufen.

20.10.2011: Haiti - weltweit am stärksten von der Cholera betroffen

Nach Angaben internationaler Gesundheitsexperten ist die Infektionsrate in Haiti höher als in Ländern wie Bangladesh und der demokratischen Republik Kongo, obwohl Haiti bis vor einem Jahr cholera-freies Terrain war.
Grund dafür ist die nach wie vor schlechte Gesundheitsversorgung und der allgemein schlechte Gesundheitszustand der haitianischen Bevölkerung.
Verschärft wurde die Situation in den letzten Wochen durch die starken Regenfälle. Wie zu Beginn der Epidemie kam es erst lokal in ländlichen Gebieten zu erneuten verstärkten Ausbrüchen der Krankheit, die schließlich landesweit auftragen und auch die Städte erfassten. Neben dem Trinkwasser ist offensichtlich vor allem der Straßenverkauf von Lebensmitteln ein Übertragungs-Risiko für Cholera.

Dienstag, 18. Oktober 2011

2011: (Büro-)Alltag in Haiti

(vom Versuch, einen einfachen Text als email-Anlage nach Europa zu versenden - aus einer Nachricht vom 17.10.):

"......Bin völlig frustriert - nach mehrstündigem Herumprobieren zusammen mit Dieufort und Download und fehlgeschlagener Installation wegen fehlerhafter Datei und fertiger Druckerpatrone, die natürlich hier in Gonaives nicht zu bekommen ist, haben wir schliesslich aufgegeben. Werde morgen versuchen von Eliette aus auszudrucken und hier dann einzuscannen und als PDF-Datei anzuhängen.Heute war wieder mal so ein Tag, von dem ich das Gefühl habe überhaupt nichts geleistet zu haben. (Da lobe ich mir Marmeladekochen: da siehst du am Ende was Du geleistet hast und kannst dich befriedigt zurücklehnen)....Saget ich es evtl schon mal? Ich hasse Computerarbeit!!!Gute Nacht, Helga"

Montag, 17. Oktober 2011

17.10.2011: MINUSTAH-Mandat für Haiti verlängert

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das Mandat der MINUSTAH für Haiti einstimmig um ein weiteres Jahr verlängert. Damit geht der Einsatz der multinationalen Truppe bereits in sein achtes Jahr, mit der Option auf weitere Verlängerung.
Die Truppen sollen von 12.000 auf 9.000 Mann reduziert werden, wobei ein Drittel Polizeikräfte sind.
Als Hauptaufgabe sieht die MINUSTAH, deren Einsatz aufgrund anhaltender Vorwürfe wegen unverantwortlichen Handelns (Ausbruch der Cholera, Vergewaltigungen etc.) immer umstrittener wird, den Kampf gegen die Gewalt und den Schutz der Zivilbevölkerung, vor allem von Frauen und Kindern.
Vom haitianischen Staat wird erwartet, dass er mehr und mehr Verantwortung für die Stabilität im Land übernimmt und umgehend einen neuen Fünfjahresplan für die Entwicklung einer funktionsfähigen nationalen Polizei aufstellt.

Sonntag, 16. Oktober 2011

16.10.2011: Aus dem Hausbauprojekt HABITAT-HT in Gonaives

".................
Es ist somit ein wesentlich aufwendigerer Haushaltsalltag und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Campingwaschmaschine, die sich in unserem Container auf einem Boot befindet.
Zugleich ist es sehr schön zu beobachten, wir hier während der vielen Arbeiten Gemeinschaft gelebt wird: Wäschewaschen ist immer ein lustiges Beisammensein und da alle zur gleichen Zeit verschiedene Orte fegen, winkt man sich bereits einen Morgengruß zu.
Und mal ehrlich. vor 2 Generationen sah es in Deutschland auch nicht allzu viel anders aus - Ausnahme ist und war sicherlich die Hitze und das häufige Duschen, aber alles andere kennen unsere Großeltern sicher auch ........"

(aus dem Blog von Familie Wittmer aus Gonaives - lesen Sie den vollständigen Bericht auf http://www.habitat-ht.blogspot.com/)

Donnerstag, 13. Oktober 2011

12.10.2011: Hausbau in Haiti

aus dem Blog von
Mittwoch, 12. Oktober 2011

Der erste Mauerstein
Heute wurde der erste Mauerstein gelegt ... ok, noch nicht von einem Haus, sondern von unserer neuen Küchenzeile. Die 15 Jahre alten Pressspanplatten hatten sich in ihre Einzelteile zerlegt und so manchem ungewollten Mitbewohner Zuflucht gewährt. So haben wir entschieden eine neue Küchenzeile zu mauern, was den haitianischen Gepflogenheiten und Kochgewohnheiten am ehesten entspricht. Die HABITAT-HT Leitung, bestehend aus Dieufort (Dipl.Bauingenieur, Zimmermann), Guirlo (haitian. Architekt) und Frantz (haitian. Schreiner), nahmen zudem die ersten Planungen der anstehenden Bauaufträge auf, u.a. soll ein Kinderheim in Gonaives errichtet bzw. fertiggestellt werden. (Martina Wittmer)

Mittwoch, 12. Oktober 2011

12.10.2011: Die Cholera lässt Haiti nicht los

Nach letzten Meldungen des haitianischen Gesundheitsministeriums sind in den vergangenen 12 Monaten fast 6.500 Menschen an der Cholera gestorben, mehr als 440.000 erkrankten daran. Und es scheint kein Ende abzusehen zu sein: So berichten "Ärzte ohne Grenzen" von einem sprunghaften Anstieg der Neuerkrankungen in der Hauptstadt Port-au-Prince, wo es zur Zeit wöchentlich 850 neue Cholera-Fälle gibt, gegenüber 250 vor ein paar Wochen. Zurückgeführt wird dieser Anstieg auf die Regenzeit in dem Karibikstaat, die dazu führt, dass verunreinigtes Wasser sich schneller und weiter ausbreitet.

Gonaives:


AFPROG führt weiter seine Sensibilisierungs- und Hilfs-Kampagnen gegen die Krankheit durch, denn noch immer gibt es nicht wenige Haitianer, die noch nie etwas von der Cholera und wie sie sich davor schützen können gehört haben.


Und ADBP baut weiter Latrinen - Romel Aristilde schrieb uns dazu heute:

"Ich danke euch und allen Spendern für euer Verständnis und eure Anteilnahme und dass ihr wirklich an die Menschen unseres Viertels denkt. Nach wie vor müssen viele von ihnen ihre Notdurft auf der blanken Erde verrichten, und immer noch ist die Cholera allgegenwärtig. Diejenigen, bei denen wir eine Toilette in der Nähe ihres Hauses bauen können, sind überglücklich. Momentan kostet eine Latrine, für die wir sehr tief (15 m) graben, 7.000 haitianische Dollar (ca. 870 USD). Vielen Dank für jeden Bau, den ihr uns ermöglicht!"Spenden für AFPROG und ADBP oder unter dem Stichwort "Cholera" leiten wir ohne Abzug direkt nach Haiti weiter.
(Spendenkonto: 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10) - Schweizer Konto siehe nebenstehend)

Sonntag, 9. Oktober 2011

09.10.2011: Haiti/Gonaives: Kennen Sie schon den neuen HABITAT-HT-Blog?



In ihrem eigenen Blog berichten Martina und Dieufort Wittmer über ihr neues Leben in Gonaives, ihre Familie und die Arbeit des Bauprojektes HABITAT-HT. Schauen Sie mal rein:




......Heute morgen lief ich durch unser Haus und wünschte mir andere Vorhänge dran (das Blumenmuster ist nicht so ganz mein Ding). Im weiteren Tagesverlauf begegnete ich 3 Frauen, deren Säuglinge nicht altersgemäß entwickelt sind und die zugefüttert werden müssten, da die Mütter nicht genügend Milch haben, oder die Babys schlecht trinken (ein negativer Kreislauf). Alle 3 haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, Milchpulver zu kaufen. So kehre ich abends nach Hause, betrachte die Vorhänge und finde sie gleich auf Anhieb schöner. Der Stoff für solch Banalitäten wird ein Kind für einen Monat sättigen und seine Entwicklung hoffentlich anhaltend beeinflussen.Die Prioritäten verschieben sich eben in einem Land wie Haiti... und eines Tages kehren wir ver-rückt zurück nach Deutschland :-) (Auszug HABITAT-HT-Blog v. 08.10.)


Ausführliche Informationen über das Bauprojekt finden Sie unter:


Und wenn Sie das Projekt oder Familie Wittmer gerne finanziell unterstützen möchten: Ihre Spenden unter dem Stichwort "Habitat" leiten wir gerne nach Haiti weiter.

(Konto 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10) / CH-Konto siehe nebenstehend)



Samstag, 8. Oktober 2011

08.10.2011: Haiti/Gonaives: Angekommen !

Helga Östreicher und Familie Wittmer sind gut in Gonaives angekommen.


Helga flog bereits am Sonntag, 02.10., von Frankfurt über St. Domingo nach Port-au-Prince, und erledigte in der haitianischen Hauptstadt zunächst noch einige Einkäufe und einen Arztbesuch mit Kinderdorf"kind" Linda Béliard.


Dieufort, Martina, Idiani und Charline Wittmer, die drei Tage später die gleiche Route nahmen, waren froh, als sie mit ihren Unmengen von Gepäck und Projekt-Material in Gonaives ankamen, wo sie inzwischen dabei sind, es sich im Haus Nr. 15, wie das ehemalige Lehrwerkstatt-Wohnhaus und Guesthouse inzwischen offiziell heißt, häuslich einzurichten, während Helga vorübergehend ihr Domizil im Bürohaus aufgeschlagen hat, bis die Aufstockung von Haus 15 durch die Baugruppe fertig gestellt ist. Wir hoffen, dass dieser Bau möglichst schnell realisiert werden kann (großes - auch finanzielles - Gebetsanliegen!), denn Wand an Wand mit den Büros, mitten im Gelände wohnt es sich doch sehr unruhig.

Wittmers werden in den kommenden zwei Jahren auch in einem eigenen Blog über ihren Aufenthalt in Haiti und die Arbeit von HABITAT-HT berichten:

Mittwoch, 5. Oktober 2011

05.10.2011. Haiti - Martelly, ein Ministerpräsident, Schülerhilfe und Hausbau

Garry Conille, 45-jähriger Mediziner und ehemaliger Mitarbeiter des früheren US-Präsidenten Bill Clinton während dessen Zeit als UN-Sondergesandter für Haiti, hat die zweite Hürde auf dem Weg in das Amt des Premierministers Haitis genommen: Nach den Abgeordneten stimmten auch 17 der 20 Senatoren für den dritten Kandidaten von Präsident Michel Martelly.
Nun steht Conille noch eine Vertrauensabstimmung beider Parlamentskammern bei der Vorstellung seiner politischen Pläne bevor, dann könnte - mehr als fünf Monate nach der Amtseinführung des Präsidenten - etwas Bewegung in die haitianische Politik kommen.
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Am 3. Oktober hat in Haiti das neue Schuljahr begonnen - mit einem Monat Verspätung, aber das ist in diesem Land in den letzten Jahren schon fast zur Normalität geworden.142.000 Schulanfänger soll es geben, für deren Einschreib-Kosten eine nationale Stiftung unter Federführung von Präsident Martelly aufkommen will. Für alle übrigen Schüler hofft man auf Hilfe duruch Schenkungen Bill Clintons, der kürzlich 1,25 Mio USD für das haitianische Bildungssystem in Aussicht stellte.
**********************Heute Abend fliegt Familie Wittmer - Dieufort, Martina, Idiani und Charline - zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Haiti. Doch während die Reise im Februar noch der Erkundung diente, hat die Familie jetzt ihre Zelte in Europa abgebrochen und siedelt für voraussichtlich zwei Jahre nach Gonaives über, um das von Dieufort entwickelte Hausbauprojekt HABITAT-HT voran zu bringen.

Spenden für das Hausbauprojekt oder Familie Wittmer erbitten wir unter dem Stichwort "HABITAT-HT" auf unser Konto bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10), Kto. 22343
(Schweizer Konto siehe nebenstehend)









Dienstag, 4. Oktober 2011

Haiti: Hilfe für die Erdbebenopfer bleibt wichtig

Die am 17. September in Bötzingen gesammelten Spenden werden nach Abzug der Kosten (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Wein-, Kaffee-, Brötchen- etc.-Sponsoren!) für Hilfsmaßnahmen zugunsten der Erdbebenopfer eingesetzt, wenn Monika Jakob nächsten Monat in Gonaives sein wird.





Freitag, 23. September 2011

23.09.2011: Danke allen Helfern der HAITI-Aktionen

Wir danken von Herzen allen Läufern und Sponsoren, die beim Haitilauf am vergangenen Sonntag ein Ergebnis von mehr als 8.000 EUR zugunsten der Ausbildung junger Haitianer zusammengebracht haben, und den vielen ehrenamtlichen Helfern aus den Landauer Gemeinden der Evangelischen Allianz, die das Event wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Wie wir aus dem Breisgau erfahren haben, konnten sich auch Monika Jakob und Fam. Borowitz über zahlreiche Besucher der dortigen Veranstaltung beim örtlichen REWE-Markt freuen, deren Erlös im November dieses Jahres von Monika selbst nach Haiti gebracht und dort zur direkten Hilfe verwendet wird. Herzlichen Dank an Monika für die Organisation, an Fam. Borowitz, die sich bereits zum zweiten Mal nach 2010 in den Dienst der guten Sache stellte, und an die vielen Spender und Sponsoren von Essen, Trinken und Tombola-Gewinnen.


LM-Büro Landau


Sonntag, 18. September 2011

18.09.2011: Conille hat die erste Hürde genommen

Die Abgeordnetenkammer Haitis hat sich einstimmig für Garry Conille als neuen Premierminister ausgesprochen. Das Votum des Senates steht noch aus.

Donnerstag, 15. September 2011

15.09.2011: Haiti / Landau

Der designierte haitianische Premierminister Gary Conille schient auch in den Kreisen um Ministerpräsident Martelly nicht unumstritten zu sein. So berichteten verschiedene Quellen in den letzten Tagen von heftigen Streitigkeiten zwischen Conille und Martellys Stabschef Thierry Mayard Paul, bei denen der eine (Paul) mit Rücktritt und der andere (Conille) mit Rückzug seiner Kandidatur gedroht haben soll. Nähere Einzelheiten wurden aber nicht bekannt.

Am "Stammsitz" der LEBENSMISSION in Landau/Pfalz startet am Sonntag, 18. September 2011 um 13 Uhr der inzwischen vierte Sponsorenlauf, bei dem hoffentlich wieder viele Kinder und Erwachsene zugunsten Haitis ihre Runden im Stadion der Stadt am Prießnitzweg drehen. Der Erlös kommt in diesem Jahr jungen Auszubildenden aus dem Patenschaftsprogramm und aus dem neuen Hausbauprogramm (Habitat-HT) zugute, die nicht in der Lage sind, das Geld für die Finanzierung ihrer Ausbildung aufzubringen.
Läufer, Sponsoren und Gäste sind herzlich willkommen. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.
Weitere Infos im Büro der LEBENSMISSION (06341/54810) oder auf der Lauf-Seite: www.haiti-lauf.de


Für Sponsoren, die selbst nicht teilnehmen können, aber das Ausbildungsprogramm unterstützen möchten: Bitte spenden Sie unter dem Stichwort "Ausbildung Haiti" auf das Konto der Lebensmission bei der Sparkasse SÜW in Landau ( BLZ 54850010), Konto 22343.
(Konto des Schweizer Vereins siehe rechts) HERZLICHEN DANK!

Montag, 12. September 2011

12.09.2011: Unwetter in Haiti

Durch die heftigen Regenfälle, die am vergangenen Freitag in großen Teilen Haitis niedergingen, kamen 2 Menschen ums Leben.


Das Zentrum des Tropensturms "Maria", der derzeit die bekannte Hurrikan-Route nimmt, wird heute Abend etwa 200 km nordöstlich der dominikanisch-haitianischen Küste erwartet, so dass keine unmittelbare Gefahr für die Insel von ihm ausgeht.



TERMIN:


Am Samstag, 17. September, findet in Bötzingen auf dem Parkplatz von REWE Borowitz ab 15 Uhr eine Veranstaltung zugunsten Haitis statt: mit Kaffee und Kurchen, Feinem vom Grill, diversen Getränken, einem Kinderüberraschungsnachmittag und einer Tombola mit tollen Preisen. Ab 19 Uhr treten d'Gipfelstürmer auf. Der Erlös der Verantstaltung wird beim diesjährigen Haitieinsatz von Monika Jakob aus Bötzingen nach Haiti gebracht und dort zu 100 Prozent in die Hilfsprojekte fließen. Monika und ihre Helfer freuen sich auf regen Besuch am Samstag und informieren dort gerne über die Projekte und das Land Haiti.


Monika Jakobs bei ihrem letzten Einsatz in Haiti, November 2010


Freitag, 9. September 2011

09.09.2011: Haiti - HABITAT-HT

Am 05. Oktober 2011 wird Dieufort Wittmer mit seiner Familie für zwei Jahre nach Haiti ausreisen, um sein Hausbauprojekt "HABITAT-HT", dessen Grundlagen bereits in den Monaten nach dem Erdbeben vom Januar 2010 gelegt wurden, auszubauen und im Land zu etablieren.


HABITAT-HT - das bedeutet: Bau von bezahlbaren erdbeben- und orkansicheren Wohnhäusern in Holzständerbauweise, Ausbildung von Baufachkräften in allen relevanten Berufen, Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen.

Nähere Informationen direkt über http://www.habitat-ht.org/ oder die LEBENSMISSION "Jesus für Haiti" (Tel.: 06341/82 331 / lebensmission@t-online.de / Ahornstraße 19, 76829 Landau/Pfalz) Weiteres Material in Form einer Kurz-Präsentation oder eines Faltblattes bitte im Büro Landau anfordern.
Spenden zur Anschubfinanzierung des Projektes bitte unter dem Stichwort "Habitat" auf eines der LEBENSMISSION-Konten in Deutschland oder der Schweiz :


Sparkasse SÜW in Landau, BLZ 548 500 10 Konto: 22343 (IBAN: DE88 5485 0010 0000 0223 43 / BIC: LANSDE55XXX)


Sparkasse Zch. Oberland 8620 Wetzikon ZH, zugunsten von CH42 0685 0016 1177 2001 0 / Lebensmission Jesus für Haiti, Bahndammstr. 6, 8492 Wila

Donnerstag, 8. September 2011

08.09.2011: Nachwuchs in Gonaives



Nathanael Kheitho Olivier LUXANA, geb. am 22. August 2011,


Sohn von Enel LUXANA, unserem Gonaiver Verwaltungschef, und seiner Frau Marthine: Wir gratulieren und heißen ihn in unserer Kinderdorf-Gemeinschaft herzlich willkommen!

Montag, 5. September 2011

05.09.2011: Haiti - Dritter Kandidat für das Amt des Premierministers nominiert

Bereits Ende vergangener Woche hat Ministerpräsident M. Martelly seinen nunmehr dritten Kandidaten für das vakante Amt des Regierungschefs nominiert: Garry Conille, 45 Jahre alt, der nach einem Medizinstudium in Port-au-Prince in den USA Politik und Verwaltung studierte und seit 1999 für die UNO tätig ist.
Conille, dessen Vater unter Duvalier ein Ministeramt bekleidete, ist ein ehemaliger Berater des US-Expräsidenten Bill Clinton und UNO-Sonderbotschafter. Es werden ihm bisher gute Leistungen im Prozess des Wiederaufbaus Haitis bescheinigt.
Offen ist noch die Frage, ob Conille die "Anwesenheits-"Klippe nehmen kann, denn es scheint fraglich, ob es ihm gelingen wird, die vorgeschriebene Residenzzeit in Haiti von fünf Jahren (ununterbrochen!) nachzuweisen.
Das INITE-Bündnis, das die beiden vorherigen Kandidaten geblockt hatte und angeblich als Grundvoraussetzung für eine Zustimmung eine Regierungsbeteiligung mit mindestens vier Ministerien fordert, scheint dem neuen Kandidaten gegenüber nicht abgeneigt zu sein.
(nach: hispaniola.eu / Wikipedia)

Donnerstag, 25. August 2011

25.08.2011: Aus Gonaives - nach "Irene"

"Irene" hat wohl tatsächlich in Haiti keine größeren Schäden verursacht, zog in genügend großer Entfernung nördlich an der Insel vorbei.


Auch aus Gonaives hat man uns nichts Neues mehr mitgeteilt - ein gutes Zeichen, zumal offensichtlich auch die Internetverbindung durchgehend ungestört blieb, sondern ging zur Tagesordnung über.
Und überraschte uns mit einer initiativen Projektidee: Vély Jules, der gerade sein Abitur macht und ab Herbst Agronomie studieren möchte, besuchte in der vergangenen Woche eine Hühnerfarm außerhalb von Gonaives. Seine Idee: Etwas Ähnliches - in viel kleinerem Umfang natürlich - auch auf dem Gelände der "Mission de Vie" zu beginnen, um die Kinder, Mitarbeiter, Besucher mit täglich frisch gelegten Eiern zu versorgen, die dann nicht mehr teuer auf dem Markt gekauft werden müssen. Ein Beitrag zur Kostenersparnis und gleichzeitig zu ausgewogener Ernährung. Und natürlich auch eine Möglichkeit, den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren beizubringen.

Noch ist Vieles unklar, sind noch manche Fragen zu klären, bis das Projekt eines Tages vielleicht wirklich umgesetzt werden kann, aber es lohnt, sich weiter damit zu beschäftigen. Wir warten gespannt auf Vélys weitere Berichte.

Mittwoch, 24. August 2011

24.08.2011: Durchzug von "Irene"

Nach ersten Meldungen aus Haiti machte sich "Irene" in Port-au-Prince mit einem kurzen starken Gewitterguss und lang anhaltendem Starkregen bemerkbar, der Wege und Treppen wegschwemmte - und vermutlich die Zeltlager in der Stadt in riesige Schlammlöcher verwandelte..... (nach Hegnauer/Latina Press)
Im Norden des Landes musste eine Straße wegen Erdrutschen gesperrt werden, man rechnet mit Niederschlägen von 150 bis 250 mm in den nördlichen Gebieten.
Das Zentrum des Hurrikans zog nördlich an Haiti vorbei, ca. 190 km von der Hafenstadt Cap Haitien und ca. 250 km von Gonaives entfernt.
Aus Gonaives selbst liegen uns noch keine neuen Informationen vor.
(24.08. / 8:00 h)

Dienstag, 23. August 2011

23.08.2011: Haiti - Hurrikan "Irene"

"Irene" wurde inzwischen mit einer Windgeschwindigkeit im Zentrum von 160 km/h zu einem Hurrikan der Stufe 2 hochgestuft. Er wird den Norden Haitis überqueren. Man rechnet mit starken Niederschlägen und dadurch bedingten Erdrutschen und Überschwemmungen.

OCHA, MINUSTAH und WFP haben an 35 Orten im Land Lebensmittel und andere Hilfsgüter deponiert, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Enel Luxana meldet heute, 23.08., um 16.30 Uhr (MESZ), also etwa gegen Mittag Ortszeit, aus unserem Gonaiver Büro:
"Le temps est sombre, tôt dans la matinée des fines pluies tombaient sur toute la ville." -
(Es ist düster draußen, früh am Morgen fiel überall in der ganzen Stadt feiner Regen.)

Sonntag, 21. August 2011

21.08.2011: Hurrikansaison 2011

"Irene", der neunte Tropensturm dieses Jahres, droht sich zum ersten Hurrikan 2011 zu entwickeln. Ab Montag könne der Sturm, der sich derzeit mit einer Windgeschwindigkeit von 85 km/h in nordwestlicher Richtung auf Hispaniola zubewegt, diese Kategorie erreichen.
Für die Südküste der Dominikanischen Republik wurde bereits eine Hurrkanwarnung herausgegeben. Überall auf der Durchzugsschneise muss mit heftigen Niederschlägen und Überschwemmungen gerechnet werden.

Samstag, 6. August 2011

06.08.2011: Tropensturm Emily

"Emily" hat bei ihrem Durchzug in Haiti weniger Schäden hinterlassen als befürchtet.
Auf ihrem Weg über den Süden der Insel wurden mehrere hundert Häuser beschädigt und mehrere Plantagen zerstört. Bis jetzt ist nur von einem Todesopfer im Land die Rede, ertrunken in einem der nach den plötzlichen starken Regenfällen Hochwasser führenden Flüsse.

In Gonaives war im Vorfeld die Angst vor einer ähnlichen Katastrophe wie 2004 nach "Jeanne" oder 2008 nach "Hanna" und "Ike" spürbar. Auch unsere Mitarbeiter hatten sich und das Lager des Kinderdorfes mit Vorräten eingedeckt, um im Falle des Falles Hilfe leisten zu können.

Freitag, 5. August 2011

05.08.2011: HAITI

Wir vom Büro der LEBENSMISSION in Landau bitten, uns den urlaubsbedingten "Durchhänger" dieses Blogs nachzusehen. Mit dem Ende der hiesigen Sommerferien sollen die Informationen von nun an wieder regelmäßiger fließen.

"Emily", der erste Tropensturm dieses Jahres, der für Haiti als richtig gefährlich eingestuft worden war - und damit zu einer lebensbedrohlichen Gefahr vor allem für die immer noch Hunderttausenden in den Notunterkünften - hat sich abgeschwächt. Noch ist er zwar nicht ganz über Haiti hinweg gezogen, doch hat sich seine Geschwindigkeit schon über der Dominikanischen Republik von 85 auf 65 km/h verlangsamt. Die bis zu 3.000 m hohen Berge im Grenzbereich sollten ihn weiter bremsen, bevor er über den Südwesten Haitis ziehend nach Norden abdrehend Richtung Kuba zieht.

Bereits vor einigen Tagen hat das haitianische Parlament auch den zweiten von Ministerpräsident Michel Martelly vorgeschlagenen Kandidaten für das Amt des Premierministers - den ehemaligen Justizminister Bernard Gousse - abgelehnt. Die Mehrheit des Abgeordnetenhauses, in dem INITE, die Parte von Martellys Vorgänger René Préval die Mehrheit besitzt, hatte sich zwar für Gousse ausgesprochen, doch stimmten 16 der 30 Senatoren gegen ihn. So steht Martelly fast ein Vierteljahr nach seinem Amtsantritt immer noch ohne Regierungsmannschaft vor den fast unlösbaren Aufgaben Haitis.

Ein Erdbeben der Stärke 3,9 erschütterte am 1. August den Süden Haitis und der Dominikanischen Republik. Das Epizentrum lag etwa 50 km östlich von Port-au-Prince.

Dienstag, 19. Juli 2011

Gründer der LEBENSMISSION verstorben

Wie wir vergangenen Samstag erfahren haben, ist Helmut Walther, auf dessen Initiative hin die LEBENSMISSION e.V. "Jesus für Haiti" im Jahre 1975 gegründet wurde und der die Geschicke des Vereins bis Mitte der Achtziger Jahre hinein als Erster Vorsitzender maßgeblich lenkte, in der vergangenen Woche im Alter von 82 Jahren friedlich entschlafen. Er wird am Mittwoch, 20.07.2011, in Landau beigesetzt.

Mittwoch, 29. Juni 2011

29.06.2011: Haiti - Cholera

Mit der beginnenden Regenzeit hat sich die Ausbreitung der Cholera in Haiti leider weiter verschärft. Die Schließung von Cholera-Behandlungszentren der internationalen Organisationen, die das Land verlassen - teilweise wurden die Zentren an die haitianischen Behörden übergeben, die sie aus finanziellen Gründen jedoch nicht alle weiterführen können - verschärft die Lage zusätzlich.
Unser Mitarbeiter Romel Aristilde, dessen Latrinenbau-Projekt wir mit unterstützen, schrieb vor einer Woche: "Wir bitten euch, weiter Spender für unser Projekt zu suchen, weil die Cholera sich in unserer Gemeinde weiter ausbreitet, und jetzt hat auch noch die Regenzeit begonnen, die zu einer weiteren Steigerung der Krankheitsfälle führt."
Helga Östreicher berichtet Ähnliches: "Apropos Krankheiten: Rund um uns herum gab es viele neue Cholera-Fälle, die ganze Nachbarschaft war betroffen. Wir waren wie eine verschonte Oase. Nun gilt es, die Mitarbeiter und Kinder wieder von neuem zu sensibilisieren, nicht mit den Vorsichtsmaßnahmen aufzuhören, sondern weiterhin Vorsicht walten zu lassen mit dem Essen und den Hygienemaßnahmen....."

Dienstag, 21. Juni 2011

21.06.2011: Das Bauprojekt: Habitat-HT

Das im vergangenen Jahr von Dieufort Wittmer entwickelte Bauprojekt geht in die nächste Runde: Nach Dieuforts Plänen wurden seit seiner ersten Reise im August 2010 vier stabile Häuser aus Holzwerkstoffen gebaut. Um das Projekt auszuweiten, mehr Haitianern erdbebensicheren Wohnraum zu schaffen und mehr Menschen Arbeit in diesem Sektor zu geben, haben sich Dieufort und seine Frau Martina entschlossen, mit ihren beiden Töchtern für zwei Jahre nach Haiti zu gehen.

(Foto: Dieufort (li.) auf einer der Hausbaustellen)


Für diese komplexe Arbeit haben sie eine eigene website erstellt, die ausführlich über die Grundlagen und Ziele des Projektes informiert:







Dienstag, 14. Juni 2011

14.06.2011

"Hallo, liebe Mitarbeiter,
wir sind sehr froh über die Art eurer aktiven Mitarbeit in unserem Land und ganz besonders durch unsere Organisation AFPROG in der Stadt Gonaives; davon danken wir euch herzlich.
Während der Hurrikan-Saison steigt die Zahl der Personen, die sich mit Cholera anstecken, von Tag zu Tag. Mit Sensibilisierungsmaßnahmen und Aufklärung über die Krankheit erreichen wir, dass weniger Menschen sterben.
Deshalb möchten wir noch mehr von diese Veranstaltungen anbieten, um unsere Bevölkerung zu schützen.
Wir grüßen euch von Herzen,
AFPROG - Eliette Jean-Beauplan"
(email vom 9. Juni 2011)
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Nach ihrem zweiwöchigen Besuch im Sommer 2010 hat sich Stefanie Wittmer, ehemalige Mitarbeiterin der LEBENSMISSION in Gonaives (1984-1986) vergangenen Sonntag erneut für vier Wochen nach Haiti auf den Weg gemacht, um alte Bekanntschaften aufzufrischen, Hilfestellung zu geben, wo es nötig ist, und Zeit mit Helga Östreicher, ihrer damaligen Vorgängerin zu verbringen, mit der zusammen sie Anfang Juli nach Deutschland zurückkehren wird. Am Montag morgen ist Stefanie in Port-au-Prince gelandet und am Nachmittag sicher in Gonaives angekommen, nachdem die beiden Damen noch einen Besuch bei einer befreundeten Organisation in der Hauptstadt gemacht hatten.

Donnerstag, 9. Juni 2011

09.06.2011: Erste Opfer der Regenzeit in Haiti

Starke Regenfälle in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni haben landesweit mindestens 20 Todesopfer gefordert. Sechs weitere wurden vermisst.
Von den starken Regenfällen, die sich vor allem auf die Departements Zentrum (mit der Hauptstadt Port-au-Prince) und West konzentrierten, wurden auch 32 der insgesamt noch 187 registrierten Camps für Erdbebenopfer überflutet. Man begann sofort mit der Verteilung zusätzlicher Zelte und Planen und brachte die am schlimmsten Betroffenen in 220 öffentlichen Schulen notdürftig unter.
Die Regenfälle sollen noch bis zum Ende der Woche anhalten.
Damit unter den herrschenden Bedingungen die Cholera nicht noch schneller an Boden gewinnt, werden vor allem sauberes Trinkwasser, funktionierende Latrinen, Notunterkünfte und Nothilfe-Kits benötigt.

Montag, 6. Juni 2011

06.06.2011: Cholera breitet sich in Haiti wieder schneller aus

In ihrem letzten Bericht von Ende Mai teilt die OCHA mit, dass sich die Zahl der pro Woche in Krankenhäuser eingelieferten Cholera-Patienten in den ersten Mai-Wochen wieder von 1.700 auf 2.600 Personen erhöht hat.

Vor allem im Departement Süd-Ost habe sich die Rate innerhalb von drei Wochen fast verdreifacht. Aber auch in Port-au-Prince seit ein starker Anstieg zu verzeichnen.

Man weiß bei dieser internationalen Stelle, was dagegen zu tun ist - aber inzwischen gehen die verfügbaren Gelder vieler Organisationen für die Bekämpfung der Epidemie zur Neige. So mussten bereits einige der Cholera-Behandlungszentren im Land geschlossen werden, weil ihr Betrieb nicht mehr finanziert werden konnte.

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Mitte letzter Woche trafen sich Helga Östreicher und Enel Luxana mit dem für alle Waisenhäuser in Haiti zuständigen Leiter des IBESR (Wohlfahrtsbehörde), um die Bedingungen für die Erneuerung der vor zwei Jahren erstmals beantragen Betriebserlaubnis des Kinderdorfes (die in den 25 Jahren vorher nie ein Thema war, weil das zugehörige haitianische Gesetz seit den Siebziger Jahren in irgendeiner Ministeriums-Schublade schlummerte) zu erfahren.
Durch den letztjährigen Personalwechsel an der Kinderdorfspitze ist es notwendig, einen vollständigen neuen Antrag zu stellen. Viel Arbeit für Enel, unseren Verwaltungsleiter.....

Erfreulich war der Hinweis des Zuständigen, dass in seinen Augen das Kinderdorf "Mission de Vie" mit den SOS-Kinderdörfern zusammen die qualitative Spitze aller Heime im Land darstellt, und im Departement Artibonite das beste Waisenhaus überhaupt ist!

Montag, 30. Mai 2011

30.05.2011: Staatlicher Schüler-Fonds

41 Prozent der geschätzten 9 Mio in Haiti lebenden Haitianer sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. In den letzten Jahren gingen die Angaben zum Anteil der Analphabeten innerhalb der Bevölkerung von ca. 70 % auf ca. 55 % zurück. Doch noch immer können es sich viele Familien nicht leisten, ihre Kinder in die kostenpflichtigen Schulen zu schicken, oder nur das Älteste bekommt diese Chance.






Präsident Michel Martelly, zu dessen großen Wahlkampfthemen und Zukunftsprojekten die Erziehung gehört, hat nun offiziell einen "Nationalen Erziehungs-Fonds" ins Leben gerufen, mit dessen Hilfe in den nächsten fünf Jahren zwei Millionen Kindern ein kostenloser Schulbesuch ermöglicht werden soll. Finanziert werden soll das Projekt durch zusätzliche Abgaben auf internationale Telefonate und Geldtransfers. Martelly appelliert an die Hilfe aller öffentlichen Sektoren und der internationalen Organisationen.


Wenn er es schafft, dieses ehrgeizige Projekt wirklich Realität werden zu lassen, dann wird dies eine große Erleichterung für die Bevölkerung bedeuten. Und vielleicht werden dann solche Initiativen, wie die Schüler-Förderung von S.A.D., der Gruppe unserer ehemaligen Kinderdorfkinder, hinfällig werden. Mit dem neuen Schuljahr im September werden sie erstmals ihre Stipendien an mittellose begabte Kinder vergeben, leider nicht in dem ursprünglich geplanten großen Rahmen, denn so viel Geld wie hierfür benötigt konnten wir ihnen bislang noch nicht zur Verfügung stellen.

Sollte diese Art der Förderung wirklich eines Tages überflüssig, weil durch staatliche Maßnahmen ersetzt, werden, wird sich S.A.D. auf die Unterstützung von ausbildungswilligen Jugendlichen konzentrieren, die die Schule bereits abgeschlossen haben.
Spenden für S.A.D. und ihre Aufbauprojekte leiten wir gerne weiter. Wir erbitten sie unter dem Kennwort "S.A.D" auf unser Konto 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10)

Samstag, 28. Mai 2011

28.05.2011: Wird er Premierminister?

Nachdem es in der letzten Woche noch hieß, INITE, die Parteien-Plattform des ehemaligen Präsidenten Préval und stärkste Gruppe im Parlament, hätte keine Einwände gegen die Wahl von M. Martellys Kandidaten Rouzier zum Premierminister, haben inzwischen einige Abgeordnete der Gruppe ihr Votum daran geknüoft, dass INITE mindestens vier Minister der neuen Regierung stellen wird, und zwar aus den wichtigen Bereichen wie Finanzen, Justiz, Inneres, Planung oder Handel.
Andere INITE-Vertreter sprechen sich vehement dagegen aus, da dies die Kontrolle der Regierung durch das Parlament beeinträchtige.

Donnerstag, 26. Mai 2011

26.05.2011: Die Regenzeit hat begonnen.....

"Hallo, Barbara,nun ist der Regen auch bei uns angekommen. Endlich! Die trockene, staubige Hitze war fast nicht mehr zu ertragen. Allerdings legt der Regen aber das ganze Leben lahm - ich glaube, die Angst vor weiteren heftigen Regenfällen und evt. Überflutungen sitzt tief, denn obwohl wir keineswegs einen prasselnden Tropenregen, sondern einen leichten, feinen Landregen haben und das schon die ganze Nacht, ist bis vorhin niemand - außer Mme Pierre und Rommel - zur Arbeit erschienen. Selbst die Leute vom Gelände haben sich nicht im Freien blicken lassen, als ich auf 8 Uhr zum Gebetstreffen ging. Da fand sich auch niemand, so dass ich wieder zu meinem Haus hochmarschiert bin und mir einen "Büroplatz" auf der Terrasse eingerichtet habe. Mit einer weiteren Tasse Kaffee fast beneidenswert.Aus der Nachbarschaft höre ich wie sie schon vorsorglich Gräben schaufeln, damit das Wasser, wenn es denn stärker kommt, abfließen kann.
Grüße, Helga"
(26.05.2011, 16.40 MESZ)

Dienstag, 24. Mai 2011

24.05.2011: Markthalle Gonaives abgebrannt

In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 2011 ist die Gonaiver Markthalle komplett niedergebrannt. Der Brand, der die Existenz vieler Kleinhändler der Stadt zerstört hat, soll mutwillig gelegt worden sein. Präsident Martelly, der am Sonntag selbst an den Ort des Geschehens eilte, hat eine offizielle Untersuchung des Sachverhaltes angeordnet.










(Archiv-Foto: Markt Gonaives, April 2009)




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Nach Aussage eines Parlamentariers wird sich INITE, die stärkste Gruppe in beiden Abgeordnetenhäusern und Plattform des ex-Präsidenten Préval, nicht gegen die Ernennung von Daniel Gérard Rouzier zum neuen Premierminister Haitis stellen. In der Bevölkerung stößt Rouzier allerdings auch auf Widerstand. Es wird von zahlreichen Protestaktionen unter dem Slogan "Aba Daniel" (Nieder mit Daniel) berichtet.

Montag, 23. Mai 2011

23.05.2011: Cholera in Haiti

Laut letztem OCHA-Bericht wurden in Haiti bis zum 15. Mai insgesamt 293.470 Fälle von Cholera gezählt. 4.954 Menschen starben an der Krankheit. Man spricht von momentan täglich vier Todesfällen und 560 Neuerkrankungen. Bis Herbst, d.h. innerhalb der ersten 12 Monate nach Ausbruch der Epidemie, wird mit insgesamt 400.000 Erkrankten gerechnet, von denen 140.000 stationär behandelt werden müssen.



In den letzten Wochen konnten wir 500 USD an AFPROG für die Zusammenstellung von Hilfs-Kits für Cholera-Kranke und 2.000 USD an ADBP, eine Selbsthilfegruppe in "unserem" Viertel der Ka-Soleil, für den Bau von zwei Latrinen überweisen.

Romel Aristilde, technischer Mitarbeiter unseres Missionszentrums und ehrenamtlich im Leitungsgremium von ADBP engagiert, schrieb uns dazu vergangene Woche:

"Wir danken euch von Herzen für eure Ermutigung und die Unterstützung dieses Projektes. Nach wie vor tötet die Cholera immer wieder Menschen, auch in dem Gebiet, in dem wir die neuen Latrinen bauen konnten. Deshalb bitten wir euch von Herzen, neue Spender zu suchen, die uns helfen, das Leben der Menschen unserer Nachbarschaft zu retten....."

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Gerne würden wir diese beiden einheimischen Gruppen weiter in ihrem Kampf gegen die Cholera unterstützen. Zweckgebundene Spenden erbitten wir unter dem Stichwort "Cholera" auf unser Spendenkonto 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10)

Samstag, 21. Mai 2011

21.05.2011: Der nächste haitianische Premierminister

soll nach dem Wunsch von Präsident Martelly Daniel Gerard Rouzier heißen. Am Freitag Abend benannte Martelly den einundfünfzigjährigen Volkswissenschaftler zu seinem Kandidaten. Rouzier ist Chef eines privaten Elektrizitätswerkes und Besitzer eines Autohandels.
Die Entscheidung liegt nun bei dem haitianischen Parlament, dessen Abgeordnete der Ernennung des Premierministers zustimmen müssen.

Freitag, 20. Mai 2011

20.05.2011: Verschiedenes aus Haiti

Am Donnerstag, 19.05., hat Michel Martelly die "baldige" Ernennung seines Premierministers gesprochen. In der näheren Auswahl sollen ein Industrieller, ein Soziologe und ein Anwalt sein. Erschwert wird die Auswahl durch die Notwendigkeit des Einverständnisses der beiden Kammern des haitianischen Parlamentes, in denen Michel Martelly keine Mehrheit hat.

Als die vier Hauptachsen seiner künftigen Politik nannte Martelly: Erziehung/Bildung, Arbeitsplätzem, Rechtsstaat und Umwelt.

Als einen ersten Erfolg des neuen Staatschefs darf die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung für Haitianer, die nach dem Erdbeben vom Januar 2010 ihr Heimtland verlassen haben, durch die US-amerikanischen Behörden gelten.

Es kommt in Haiti immer wieder zu Unruhen wegen vermuteten Wahlbetrugs bei den Abgeordnetenwahlen. Währenddessen haben die internationalen Wahlbeobachter ihre Arbeit im Land für beendet erklärt.

Noch vor der Einsetzung der neuen Regierung hatte es eine Verfassungsänderung geben sollen, die die "Fehler der letzten Überarbeitung der Verfassung von 1987" korrigieren sollte. Nachdem das Protokoll der Parlamentssitzung, die sich mit den Änderungen befasste, verschwunden, angeblich gestohlen worden war, wurden unkorrekte Änderungen der Verfassung im offiziellen Bulletin des Landes veröffentlicht. Auch zwei Wochen später ist noch keine Kommission zur Untersuchung der Vorgänge eingesetzt worden.
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Ein Tiefdruckgebiet über der haitianisch-dominikanischen Grenze könnte sich am Wochenende über Haiti entladen. Da es bereits von Dienstag bis Donnerstag teilweise starke Regenfälle gab, drohen Erdrutsche, über die Ufer tretende Flüsse und Überflutung ganzer Landstriche.



Übrigens wurde bereits vor einiger Zeit damit begonnen, die bei Gonaives ins Meer mündenden Flüsse an ihrem Oberlauf zu verbreitern und vertiefen - was den Bau mehrerer Brücken erforderlich macht - um so die Gefahr der Überflutung der Stadt wie 2004 und 2008 erlebt zu verringern.

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Helga Östreicher genoss während der schulfreien Woche anlässlich des jährlichen Flaggentages mit den Kindern des Kinderdorfes und einigen der Mitarbeiter einen "Ferientag" am Meer, etwa 20 km nördlich von Gonaives. Zum Glück ist inzwischen wenigstens das neuere der beiden Kinderdorfautos wieder fahrtüchtig, nachdem es vergangene Woche zwei Drittel der Strecke von Port-au-Prince nach Gonaives abgeschleppt werden musste, so dass es für die für das Wochenende geplante Fahrt von Helga und zwei der älteren Kinderdorfjugendlichen nach Meyer im Süden Haitis zur Verfügung steht.

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Montag, 16. Mai 2011

16.05.2011: Michel Martelly - Präsident Haitis

Zum vorgesehenen Termin wurde am vergangenen Samstag Michel Martelly als neuer Präsident Haitis vereidigt. Nun kann er sich daran machen, seine Wahlversprechen einzulösen.
Während er sich um die großen Probleme Haitis, die Arbeitslosigkeit, das Analphabetentum, die Unterbringung der nach wie vor 680.000 Erdbebenopfer, die in Notunterkünften ausharren, die allgemeine Sicherheit kümmern wird, kämpft man im unserem Zentrum in Gonaives derzeit mit den kleinen Steinchen im Getriebe der Missionsarbeit, den technischen Problemen, die immer wieder Zeit, Schweiß und Geld kosten und ein normales Arbeiten schier unmöglich machen - Helga Östreicher schrieb uns heute:

"Hallo Barbara, wie es scheint, geht grad ein Ding nach dem anderen bei uns kaputt:
- Wir haben noch immer kein Ersatzteil für die Wasseraufbereitungsanlage (dabei von H.Z. so schnell zugesagt) und müssen nun Wasser kaufen
- Der große Generator hat am Samstag seinen Dienst eingestellt, er verlor Wasser und lief wohl heiß, Rommel baut heute das Teil/die Teile aus um zu sehen, woran es liegt. Das heißt aber auch, dass unsere Wasserpumpe, die Brauchwasser in unsere Dachbehälter pumpt, nur läuft, wenn Stadtstrom da ist, außerdem können die Maschinen in der Schreinerei nicht betrieben werden, wenn kein Strom da ist.
- Das schwarzes Auto hat ein weiteres Problem mit dem Auspuff - es lärmt wie ein Panzer und qualmt wie eine alte Diesellok.
- Die Ersatzteile für das graue Auto konnten letzte Woche nicht besorgt, werden, da mehr kaputt ist als ursprünglich angenommen und Philistin nicht genug Geld dabei hatte. Außerdem ist er heute krank, d.h. morgen wird Enel erneut mit dem Taptap nach St. Marc fahren um die restlichen Teile zu kaufen, die ein Mechaniker hier dann einbaut......"

Dienstag, 10. Mai 2011

10.05.2011: Lage in Haiti

Wie OCHA meldet, wird am 15. Mai Camp Corail, eines der ersten Auffanglager für Erdbebenflüchtlinge nördlich der Hauptstadt, in dem 7.500 Menschen in Notunterkünften leben, an die haitianischen Behörden übertragen und Teil der Gemeinde von Croix-des-Bouquets.




Für die Betreibung der Camps in Land fehlen bis zum Jahresende 2011 lt. OCHA bis Jahresende ca. 36 Mio USD. Man rechnet damit, dass von den derzeit noch 680.000 Menschen, die in diesen Zelt- und Hüttenstädten wohnen, ca. 500.000 dies auch Ende 2011 noch tun werden.


Die etwa 35.000 Menschen in dem Camp auf dem Gelände des Petion Ville Club werden künftig für ihr Trinkwasser bezahlen müssen. Generell versuchen die internationalen Kärfte weg zu kommen von der Gratisversorgung mittels Wasser-Lastern, hin zur Reparatur von vorhandenen Brunnen und Zapfstellen, Installation von Handpumpen etc.
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In den am meisten von dem Januar-Erdbeben 2010 betroffenen Departements im Westen, Süden und Südwesten Haitis sind mehr Menschen unterernährt als im Rest des Landes. Dies und der erschwerte Zugang zu sauberem Trinkwasser führt dazu, dass die Rate der neuen Cholera-Fälle dort eher zunimmt, während sie im Norden und Zentrum des Landes nach wie vor abnimmt. Generell geht man davon aus, dass die Epidemie nicht noch einmal ein solches Ausmaß annehmen wird wie Ende vergangenen Jahres, auch wenn es noch Jahre dauern wird, bis sie ganz gebannt sein wird. Währenddessen ziehen immer mehr internationale Organisationen ihr Personal aus den Cholera-Behandlungszentren zurück. Grund ist der Rückgang der Neuerkrankungen, aber auch der beginnende Mangel an ausreichenden Finanzmitteln.


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Helga Östreicher ist inzwischen bereits einen Monat in Haiti. Langsam normalisiert sich der Alltag und erhält sie immer mehr Einblick in den Ablauf des Kinderdorfes und die aktuelle Situation der einzelnen Projekte. Im persönlichen Gespräch vor Ort kann Vieles besser erklärt und erörtert werden als auf dem normalen schriftlichen Weg per email. Es braucht viel Geduld und Zeit, Informationen zu verdeutlichen und Verständnis für die europäische Denkweise zu vermitteln, doch langfristig erleichtert es die Arbeit und den Fortschritt der Projekte ungemein.



Natürlich sieht sich Helga als "Blanc" immer wieder besonders mit der Not der Haitianer konfrontiert, die ihr ihr tägliches und besonderes Leid klagen und auf ihre Hilfe hoffen. Wenn Sie Helga in dieser Nothilfe im Kleinen unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit dem Vermerk "Nothilfe Helga Östreicher" auf unser Konto Nr. 22343 bei der Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10). Herzlichen Dank!

Donnerstag, 5. Mai 2011

05.05.2011:

Bereits Ende April hat die Organisation Amerikanischer Entscheidung den haitianischen Behörden ihren Bericht vorgelegt, in dem sie fordert, aufgrund vermuteter Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen vom 20. März 17 neugewählten Abgeordneten und 2 Senatoren des Regierungslagers ihre Mandate abzuerkennen.
Der Provisorische Wahlrat hat bislang nicht darauf reagiert. Angeblich seien nie genug Mitglieder des Gremiums zu einer Besprechung anwesend gewesen, und überhaupt könne man die "mit einer Mehrheit beschlossenen" Sitzverteilungen nicht einfach zurücknehmen, sondern müsse "eine politische Lösung" finden.
Auch die Regierung unternimmt nichts um die Dinge zu beschleunigen und baldmöglichst die Liste der Volksvertreter im Staatsbulletin zu veröffentlichen und so das Parlament arbeitsfähig zu machen, und sieht sich ebenso wie der Provisorische Wahlrat mit dem Vorwurf konfrontiert, durch diese abwartende Haltung für die jetzige politische Krise in Haiti verantwortlich zu sein, deren Folge immer wieder aufflammende Gewalttätigkeiten in verschiedenen Regionen des Landes sind.
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Am 29. April wurden in der Schweiz erste offizielle Schritte unternommen, das auf ca. 4,5 Mio EUR geschätzte Vermögen des Duvalier-Clans zu beschlagnahmen, um es im Rahmen der Vorschriften des neuen Finanzgesetzes (genannt "Lex Duvalier") dem haitianischen Staat zurück zu erstatten.
Insgesamt soll die Familie Duvalier während der Jahre ihrer Herrschaft ca. 100 Mio USD unterschlagen und außer Landes gebracht haben.

Sonntag, 1. Mai 2011

01.05.2011: Hochzeit in Gonaives

An diesem Wochenende hat Enel Luxana, unser Missions-Administrator in Gonaives, seine Marthine geheiratet. Die Feier fand auf dem Missionsgelände statt, was die gesamte Belegschaft für mehrere Tage in einen emsigen Bienenschwarm verwandelte, der putzte und schrubbte, malte und bastelte, kochte und backte.

WIR GRATULIEREN DEM BRAUTPAAR VON HERZEN, und freuen uns, dass Enel mit seiner Frau weiterhin in dem kleinem Häuschen unten am Tor wohnen wird.

Mittwoch, 27. April 2011

27.04.2011: Lage in Haiti

Die Geberländer, allen voran die USA, haben den Wahlrat aufgefordert, die bekannt gegebenen Ergebnisse der Parlamentswahlen transparenter zu machen, da vor allem die durchgeführten Änderungen bei der Wahlberechtigung nicht nachvollziehbar sind. Durch die vermuteten Manipulationen verfügt die Plattform INITE der noch amtierenden Regierung über 46 der 99 Abgeordneten- und 17 der 30 Senatssitze.
Nach Bekanntgabe der Ergebnisse ist es in 17 Regionen Haitis zu teilweise schweren Tumulten gekommen, bei denen mindestens ein Mensch ums Leben kam.

Sicherheitsexperten melden ein bedenkliches Ansteigen des Bandenwesens in der Hauptstadt, inklusive einer Steigerung bei Entführungsfällen (mindestens acht im April) und Morden (auch an Ausländern), zurück zu führen vermutlich auf eine gewisse Laschheit im Polizeiapparat während der Übergangsphase zwischen alter und neuer Regierung.

Zur Sicherung des Friedens im Land plant Michel Martelly, wieder eine haitianische Armee aufzubauen. Kalkuliert wird mit einem dafür nötigen Jahresbudget von 25 Mio USD, wobei Martelly wohl auf eine Unterstützung von Seiten der UNO hofft, die die MINUSTAH-Mission mit ihrem Jahresbudget von 864 Mio USD zeitgleich schrittweise beenden soll. Die Möglichkeiten eines MINUSTAH-Rückzuges aus dem Land sollten ab Mitte Mai evaluiert werden.
(nach: Metropolehaiti.com)

Dienstag, 26. April 2011

26.04.2011: Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen in Haiti?

Am Montag hielten 79 Abgeordnete die erste Sitzung des haitianischen Unterhauses ab. 18 Abgeordnete fehlten, sie müssen noch auf die Entscheidung einer Evaluierungskommission der Organisation Amerikanischer Staaten warten.
Die zuvor von dem für Proteste gegen das Wahlergebnis zuständigen Büro getroffenen Entscheidungen sind heftig umstritten. Diese begünstigten offensichtlich eindeutig Kandidaten der Regierungsplattform INITE bei der Nach-Verteilung der Parlamentssitze.
Daraufhin hat Michel Martelly, der gewählte neue Präsident, offiziell bei der internationalen Gemeinschaft den Antrag gestellt, die Ergebnisse der Parlamentswahlen nicht anzuerkennen. Senatoren und Abgeordnete, die eindeutig mit Mehrheit gewählt worden waren, seien "systematisch ausgeschlossen" worden. Auch Mirlande Manigat, die unterlegene Präsidentschaftskandidatin hat eine Untersuchung möglicher Betrugsfälle bei den Parlamentswahlen gefordert. (Infos nach: Metropolehaiti.com)
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Haiti pur: Unser altes schwarzes Missionsauto war im Februar für fast 8.000 USD repariert worden. Ziel war, auch dieses Fahrzeug wieder regelmäßig für Überlandfahrten nutzen zu können, die aufgrund nicht richtig funktionierender Bremsen und ähnlicher Defekte schon länger nicht mehr möglich waren. Jetzt kommt aus Gonaives die Meldung, dass schon bei den ersten Fahrten größere Defekte festgestellt wurden, als es vor dem Werkstattaufenthalt gab: "Die Bremsen funktionieren nicht richtig, die Elektrik überhaupt nicht, das Auto verliert Öl, der Kühler Wasser, und das Fahrzeug macht überall seltsame Geräusche, die wir nicht identifizieren können...." Wir können nur hoffen, dass unsere Mitarbeiter in den Verhandlungen mit der Werkstatt eine Nachbesserung erreichen können.
(Foto: beide Missionsautos auf der Haus-Baustelle in Gonaives)

Samstag, 23. April 2011

23.04.2011: Neues von Helga aus Haiti

"Bezahlt ihr mich eigentlich auch für die Stunden, die ich hier mit Warten verbringe?" - so beginnt Helgas erstes langes email aus Gonaives nach fast zwei Wochen, in denen nur ein kurzes Lebenszeichen kam.
Mit einem Techniker aus Port-au-Prince, viel Kabelsalat und noch mehr Gebet wurde die Internetverbindung im Missionsbüro erstmal wieder in Gang gebracht, während man das ideale wireless-System ausfindig zu machen versucht. Es ermutigt und frustriert zugleich, dass es andere in Gonaives gibt, deren Internet gleichbleibend zuverlässig funktioniert, während das unsere immer wieder schwächelt und ausfällt.

Helgas Warten bezieht sich natürlich nicht nur auf die Internetverbindung. Auch Telefonate, Gespräche mit Mitarbeitern, einbestellte Besucher - zu warten gibt es immer etwas. Helga schreibt weiter: "Die Mitarbeiter haben mir den Schaukelsitz im Garten neu gestrichen - vielleicht, damit ich mich besser an das hiesige Lebenstempo gewöhne....?"

Wir freuen uns über Helgas Humor und darüber, dass sie guter Dinge ist und gespannt, was sich während ihrem ersten dreimonatigen Aufenthalt noch an Aufgaben auftut und erledigen lässt. Einen großen Erfolg konnte sie schon verbuchen: Obwohl in den letzten Jahren schon mehrfach versucht, ist es Helga und den haitianischen Mitarbeitern nun endlich gelungen, noch lebende Verwandte von Linda Beliard, einem der älteren Mädchen aus dem Kinderdorf ausfindig zu machen. Linda war kurz nach ihrer Geburt im Krankenhaus von Limbé, bei der ihre Mutter gestorben war, einer damaligen Mitarbeiterin übergeben worden. Jetzt konnten in einem Dorf in der Nähe von Limbé Verwandte gefunden werden, die, als sie Linda sahen, sofort die Ähnlichkeit mit ihrem - ebenfalls noch lebenden - Vater bemerkten und die verloren Geglaubte mit offenen Armen begrüßten. Für Linda ist es ein Segen - seit Jahren quälte sie sich mit der Ungewissheit über ihre Herkunft herum; und so schnell diese schöne Geschichte hier erzählt ist, so mühsam war die Reise in ihre Geburtsstadt, von dort durch unwegsames Gelände und Flüsse hindurch und das letzte Stück Wegs zu Fuß den Berg hinaus ins Dorf der Verwandten, mit diesen zurück in die Stadt......

Donnerstag, 21. April 2011

21.04.2011: Martelly als neuer Präsident bestätigt

Wie erwartet bestätigt das gestern bekannt gegebene offizielle Wahlergebnis die fast 70 % von Michel Martelly in der Stichwahl von Mitte März. Die unterlegene Mirlande Manigat forderte für die Zukunft "endlich einmal Wahlen ohne Wahlbetrug" - sie werde weiterkämpfen; allerdings hatte sie nicht, wie zuvor angekündigt, Widerspruch gegen die Wahl eingelegt.

Nun beginnt also die Ära Martelly - mit vielen Fragezeichen, von denen Juliàn González, uruguayischer Politologe, in einem Interview einige aufzeigt: (Zitate nach: Blickpunkt Lateinamerika)
- Der Wahlsieg Martellys sei eine "klare Abstrafung der politischen Elite des Landes, die die Wählerschaft zutiefst enttäuscht hat."
- Nach dem Wenigen zu urteilen, was man über ihn wisse, sei Martelly wohl als ein "etwas rechtslastiger Populist mit einigen alten Verbindungen zur früheren Duvalier-Diktatur zu handeln."
- Martelly habe deutliche Kritik an den Einsätzen der MINUSTAH-Friedenstruppe geübt, vielleicht aber nur, um sich "die im haitianischen Volk sehr verbreitete unspezifische Unzufriedenheit zunutze zu machen."
- Im Parlament hat Martelly keinen soliden Rückhalt. Beide Kammern werden von der scheidenden Regierungspartei INITE dominiert. Da der Präsident seinen Premierminister nur im Einvernehmen mit den Vorsitzenden von Senat und Abgeordnetenhaus ernennen kann, bedeutet dies, dass er auf das Wohlwollen von René Prévals Gefolgschaft angewiesen sein wird.

Martelly als Schnittstelle zwischen verschiedenen sozialen Gruppierungen - ein Mann der Mittelklasse mit Kontakten zu den unteren Volksschichten und zur Bourgeoisie, mit Freunden bei den Duvaliers und unter den Lavals-Anhängern - angetreten mit vielen Versprechungen an das Volk, das diesmal nicht gewählt hat, "um der Macht die Macht zu geben", sondern "um mit Macht die Dinge im Land zu verändern."
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Froh über das erste email von Helga Östreicher aus Gonaives, das gestern Abend eintraf, wünschen wir allen Blog-Lesern erholsame und gesegnete Oster-Feiertage!
die Redaktion

Mittwoch, 20. April 2011

20.04.2011 - Haiti: Martelly angewiesen auf Préval?

Bei dem Arbeitsessen zwischen scheidendem und neuem Präsidenten Haitis am vergangenen Freitag ging es offensichtlich nicht nur um den Übergang von einem zum anderen, sondern bereits auch um die mögliche Form einer Zusammenarbeit.
Denn René Préval ist Anführer der Regierungsplattform INITE, die bei den jetzigen Parlamentswahlen als erste Gruppierung überhaupt in der Geschichte Haitis mehr als 50 Sitze auf sich vereinen konnte. So stellt sich Préval dar als der starke Mann, der die nächste Legislaturperiode kontrollieren wird und ohne dessen Mitarbeit - bzw. die Mitarbeit seiner Abgeordneten - eine funktionierende Regierungsarbeit kam möglich ist. Ein stillschweigendes Abkommen zwischen INITE und Repons Peyizan, der Partei von Michel Martelly, würde Martellys Aufgabe wesentlich erleichtern, die Oppositionsparteien hingegen jeder Einflussmöglichkeit berauben.
Nach dem Gespräch wurden beide Politiker zitiert:
René Préval: "Ich werde mit den Parlamentarieren arbeiten, damit eine effektive Zusammenarbeit möglich wird."
Michel Martelly: "Das Wichtigste ist jetzt, unsere Kräfte zu vereinen um das Land auf den Weg des Fortschritts zu bringen."

Montag, 18. April 2011

18.04.2011: Haiti - Warten

Die Bekanntgabe der offiziellen Wahlergebnisse zur Präsidentschafts- und Parlamentswahl vom 20. März wurde letzte Woche auf den heutigen Montag verschoben, inzwischen ist der Mittwoch im Gespräch..... Der designierte neue Präsident, Michel Martelly, traf sich vergangenen Freitag zu einem Arbeitsessen mit seinem noch amtierenden Vorgänger René Préval, um den Prozess der Amtübergabe einzuleiten. Einen Premierminister für seine Regierung hat er noch nicht benannt. Währenddessen warten wir weiter auf eine stabile Internetverbindung nach Haiti und Informationen über die ersten Tage von Helgas Einsatz in Haiti. *******************In eigener Sache: Aufgrund der Osterferien und des damit verbundenen Urlaubs zweier Mitarbeiterinnen sowie einem längeren Ausfall durch Krankheit ist unser Büro in Landau derzeit nur sehr unregelmäßig besetzt. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, wenn Sie nur mit dem Anrufbeantworter verbunden werden - Herzlichen Dank!

Mittwoch, 13. April 2011

13.04.2011: Haiti + Ankunft

Nachtrag: Am späten heutigen Vormittag erfuhren wir, dass Helga nach ihrer langen Reise (Teningen - Frankfurt - Santo Domingo - Port-au-Prince - Gonaives, ohne Übernachtung unterwegs) wohlbehalten im Kinderdorf angekommen ist! Nun geht es ans Auspacken und Einleben. Da momentan das Internet auf dem Gelände wieder einmal gar nicht funktioniert und unser einziger Kontakt über das private mobile Internet unseres Vewaltungsleiters besteht, hat Helga zumindest vorläufig wenigstens Ruhe vor den Anfragen und Aufträgen unseres Büro-Personals...... :-) ******************* Während wir von der LEBENSMISSION noch auf Nachricht warten, dass Helga Östreicher gut in Gonaives angekommen ist und der designierte haitianische Präsident Martelly betont, alles anders machen zu wollen als die traditionellen Politiker ("Weil ich kein Politiker bin, denke ich nicht wie ein Politiker. Politiker sprechen nicht von Versöhnung, sondern von Teilung und setzen nicht die Interessen der Nation an erste Stelle"), berichtet der neue OCHA-Bericht von der anhaltenden Notwendigkeit, dass die internationalen Kräfte die Lage der Menschen vor allem in den Zeltstädten verbessern um der weiteren Ausbreitung der Cholera Einhalt zu gebieten. Gemäß diesem Bericht teilen sich in den nicht unter WASH-Kontrolle stehenden Camps nach wie vor mehr als 300 Menschen eine Toilette und mehr als 550 eine Dusche. In den "wilden" Camps haben nur 12 % der Bewohner Zugang zu sauberem Trinkwasser. Insgesamt werden per Anfang April 4.787 Cholera-Tote und über 274.000 an Cholera Erkrankte gemeldet. In Gonaives kämpft Eliette Jean-Beauplan mit ihrer Frauenorganisation AFPROG weiter gegen die Seuche. Gerade erreichte uns ein neuer Antrag mit der Bitte um Unterstützung zur Finanzierung der weiteren Aufklärungskampagne und des Kaufs von 400 Cholera-Kits. Diese Kits, die jeweils Seife, Serum, Wasseraufbereitungstabletten, Desinfektionsmittel, Putzmittel und ein Informations-Faltblatt enthalten, werden an bedürftige Familien im Großraum Gonaives und an bereits an Cholera Erkrankte in den Hospitälern der Stadt verteilt. Ein solches Kit kostet nur 4 USD. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, diese praktische und wirkungsvolle Arbeit von AFPROG zu unterstützen. Spenden bitte unter dem Stichwort "Cholera-Kit" an die Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10), Konto Nr. 22 343. Herzlichen Dank!

Donnerstag, 7. April 2011

07.04.2011: Große Erwartungen

Das haitianische Volk, das nach Mitteilung verschiedener Blogschreiber den Wahlsieg von Michel Martelly in der Hauptstadt frenetisch feierte, erwartet von seinem designierten neuen Präsidenten nicht weniger als: Essen, Gesundheit, bezahlbare Arbeit, Bildung und eine Zukunft für die Kinder, Frieden und Freiheit. Das alles hat Martelly im Vorfeld seiner Wahl versprochen, dazu die umgehende Auflösung der Zeltstädte und die Umsiedlung der Campbewohner in feste Häuser, wie auch die Ausmerzung von Diebstahl und Korruption. Einer der Blogschreiber bemerkt zu dieser Liste: "So etwas funktioniert in Haiti höchstens in Diktaturen, keinesfalls in einer Demokratie."

Mirlande Manigat weigert sich, dem Wahlsieger zu gratulieren. Ihrer Ansicht nach verdankt er seinen Triumph alleine massivem Wahlbetrug, durchgeführt durch den Präsidenten des Provisorischen Wahlrates höchstpersönlich, in der Nacht vom 3. auf den 4. April, als er das Zentrum besuchte, wo die Stimmen ausgezählt wurden. Zu der Frage, ob sie offiziell gegen das Wahlergebnis protestieren wird, hat sie sich noch nicht geäußert.

Das haitianische Parlament drängt darauf, dass die offizielle Bekanntgabe aller Wahlergebnisse vorgezogen wird und früher als am 16. April erfolgt. Die neu gewählten Abgeordneten sollen am 25. April vereidigt werden. Während der Eröffnungssitzung am 27. April soll es dann bereits um die geplanten Änderungen der Verfassung gehen, damit diese noch vor der Einsetzung des neuen Präsidenten Mitte Mai verabschiedet werden können.

Zur Situation im Land schrieb unser Mitarbeiter Wilfrid Durenon am gestrigen Mittwoch: "Bis jetzt ist alles friedlich im Land, es herrscht Ruhe, obwohl es schon umfangreiche Vorbereitungen für Protestaktionen gegen das Wahlergebnis gab, sollte dieses nicht dem Volkswillen entsprechen. "Haiti wird nicht untergehen, sondern leben", von dieser Hoffnung wird auch jetzt das haitianische Volk verstimmt. Der Präsident braucht viel Weisheit und Klugheit für den Wiederaufbau des Landes, und viel Gebet. - Helga kann unbesorgt kommen."


So wird sich Helga Östreicher am kommenden Sonntag zum dritten Mal in anderthalb Jahren auf den Weg nach Haiti machen. Dieses Mal wird sie drei Monate in Gonaives sein, um die laufenden Projekte zu koordinieren, den einheimischen Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und als "Mittlerein zwischen den Welten" den gesamten Arbeitsfluss zwischen Haiti und Europa zu optimieren. Im (Über-)Gepäck hat Helga auch bei dieser Reise wieder jede Menge orthopädische Hilfsmittel und Medikamente, dazu einen Schatz an geschenkten französischen Büchern und Kinderbüchern für den Aufbau einer Bibliothek auf dem Missionsgelände.

Dienstag, 5. April 2011

05.04.2011: Der nächste Präsident Haitis...

...wird höchstwahrscheinlich Michel Martelly heißen.

Nachdem anonyme Informanten es bereits einige Stunden zuvor an Reuters und AFP gemeldet hatten, hat der Provisorische Wahlrat am Montagabend um 18.14 h Ortszeit das vorläufige Wahlergebnis der Stichwahl zum haitianischen Präsidenten bekannt gegeben: Michel Martelly, der 50-jährige Sänger, der vor allem bei der Jugend des Landes sehr beliebt ist, allerdings keinerlei Erfahrung auf der politischen Ebene hat, hat demnach 67,57% (716.986 Stimmen) der abgegebenen Stimmen erhalten, gegenüber 31,74% (336.747) seiner Konkurrentin Mirlande Manigat. Somit wird die bis dato relativ unbekannte "Repons Peyizan" (etwa: Antwort der Landbevölkerung) Regierungspartei und Martelly am 14. Mai die Nachfolge des scheidenden René Préval, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte, als Präsident Haitis antreten. Dabei lag er nach dem ersten Wahlgang im November 2010 noch an aussichtsloser dritter Position und rückte nur dank des Verzichts von Jude Célestin in die Stichwahl vom März nach. Das offizielle Wahlergebnis soll am 16. April bekannt gegeben werden.


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INITE, die Plattform der Noch-Regierungsparteien (und des ausgeschiedenen Präsidentschafts-Kandidaten Jude Celestin), hat bei den Wahlen zum haitianischen Abgeordnetenhaus mit 40 von insgesamt 99 Sitzen eine relative Mehrheit erreicht. Die meisten der jetzt gewählten Abgeordneten schafften es nur mit knappen 51 bis 52 Prozent zum Sieg.


Klarer waren die Verhältnisse bei der Wahl der restlichen Senatoren. Auch hier konnte INITE fast die Hälfte (3 von 7) der noch offenen Mandate für sich verbuchen.

Montag, 4. April 2011

04.04.2011: Wahlsieger Martelly? ? ?

Die Auszählung der Wählerstimmen ist abgeschlossen. Gemäß einem in Port-au-Prince kursierenden Faltblatt soll der Sänger Michel MARTELLY mit fast 70% der abgegebenen Stimmen zum neuen Präsidenten Haitis gewählt worden sein. Eine offizielle Bekanntgabe des Wahlergebnisses ist allerdings noch nicht erfolgt. Haitianische Politiker wie internationale Beobachter rufen derweil das Volk auf, das Wahlergebnis zu respektieren, ganz gleich, wie es ausgefallen sein mag. (Quelle: latina.press)

Freitag, 1. April 2011

01.04.2011: Noch mehr Wahlbetrug?

Nach Aussage von W. Matador, dem Hauptverantwortlichen des laufenden Auszählungsprozesses, gab es möglicherweise bei der Stichwahl zum haitianischen Präsidenten mehr Wahlbetrug als bei dem ersten Wahlgang Ende November 2010. Insgesamt 14 % der Auszählungsprotokolle hätten zur erneuten Überprüfung "in Quarantäne" genommen werden müssen. Bei der ersten Wahl seien es nur ca. 10 % gewesen. Währenddessen feiern beide Parteibündnisse ihren jeweiligen Kandidaten bereits als Wahlsieger und beschuldigen sich gegenseitig, die Wahl manipuliert zu haben oder zu versuchen, die Auszählung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Internationale Wahlbeobachter zeigen sich besorgt angesichts der Verschiebung des Termins zur Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses.

Donnerstag, 31. März 2011

31.03.2011: Unsicherheit - im Großen und Kleinen

"Hallo, liebe Unterstützer, ich möchte euch etwas zu den Wahlen vom 20. März 2011 schreiben: Nachdem man von verspäteten und gefälschten Ergebnissen hört, bereiten sich die Haitianer im Land darauf vor, nach der Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses durch die CEP ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen...."
(Warnung Eliette Jean-Beauplan's/AFPROG, in einem email von gestern Abend vor möglichen Unruhen in der kommenden Woche)

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Abseits der Politik: Ein Einzelschicksal, von dem uns unsere Patenschaftsmitarbeiter berichten: "Renette's Mutter ist in der vergangenen Woche gestorben. Jetzt ist Renette Vollwaise. Um die Beerdigung zu organisieren, haben Renette und ihre Geschwister 5.000 hD (630 USD) gegen Zinsen leihen müssen - die Zinsen belaufen sich auf 300 hD im Monat für jeweils 1.000 hD. Renettes Mutter hat sechs Kinder hinterlassen: Der älteste Sohn ist 27 Jahre alt und kurz vor dem Abitur. Das zweite Kind ist ein Mädchen, Mutter von zwei Kindern, von 25 Jahren. Dann noch ein Junge von 20 Jahren, Renette mit ihren 17 Jahren und zwei jüngere Geschwister von 15 und 13 Jahren. Auch für das Grundstück, auf dem sie ihr Haus gebaut haben, mussten sie einen Kredit von 1.500 hD (190 USD) aufnehmen, weil das Gelände nur gepachtet ist. Und Renette hat Typhus-Fieber, d.h., sie ist nicht gesund......"

Foto: Renette im Februar 2011 mit ihrer kranken Mutter


Beerdigungen sind in Haiti sehr teuer. Es entspricht dem Bemühen der Haitianer um das Bewahren ihrer Würde in Armut und Not, dass sie ihre Toten in angemessener Weise zu Grabe tragen. Oft verschulden sich die Familien dafür auf Jahre hinaus, und solche Wucherzinsen von 360% pro Jahr, wie sie Renette und ihre Geschwister zahlen sollen, sind leider keine Seltenheit.

Wir haben unser Patenschaftsbüro angewiesen, diesen Kredit abzulösen, um den Kindern die Zinsen zu ersparen. Doch auch an die Mission werden sie diesen Betrag kaum zurückzahlen können.

Möchten sie Renette und anderen Familien in ähnlicher Situation helfen? Bitte verwenden Sie bei Ihrer Spende dafür den Verwendungszweck "Nothilfe Beerdigung" - Spendenkonto: Sparkasse SÜW in Landau (BLZ 548 500 10), Konto Nr. 22343 Herzlichen Dank!